„Insellösungen stoßen an ihre Grenzen“
© Payback
RETAIL Redaktion 17.04.2026

„Insellösungen stoßen an ihre Grenzen“

Walter Lukner, CEO von Payback Österreich, räumte bei den DACH Loyalty Days in Frankfurt mit gängigen Mythen rund um Loyalty auf.

FRANKFURT. Nach der Premiere im Vorjahr fanden am 24. und 25. März zum nunmehr zweiten Mal die DACH Loyalty Days in Frankfurt statt. Der Kongress bringt führende Köpfe und Entscheidungsträger der deutschsprachigen Loyalty-Szene zusammen und steht im Zeichen der neuesten Trends und Entwicklungen im Bereich der Kundenbindung. Mit dabei war auch Payback Österreich-CEO Walter Lukner, der von Gastgeber Ulf-Gunnar Switalski auf den „Heißen Stuhl“ gebeten wurde – und im Rahmen des Formats „Fireside Chat“ Stellung zu diversen gängigen Überzeugungen der Branche nahm.

Wahlfreiheit essentiell
Hat die traditionelle Plastikkarte bei Loyaltyprogrammen ausgedient? Lukners Antwort darauf ist ein klares Nein: „Die Hälfte der Kundinnen und Kunden wollen sie weiterhin nutzen, rein mobile Programme werden von vielen Kunden ausgeschlossen. Wir geben ihnen die Wahlfreiheit.“ Auch mit der vielleicht meistdiskutierten These der Branche, wonach Multipartner-Programme an Relevanz verlieren, räumte Lukner auf: Es seien vielmehr die „isolierten Insellösungen, die zunehmend an ihre Grenzen stoßen“. Vernetzte Multipartner-Programme hingegen würden Kunden genau die Relevanz, Wahlfreiheit und den Mehrwert bieten, auf die in Zeiten kleinerer Einkaufsbudgets besonders geachtet werde.

Apropos Budget: Auch dem Vorwurf der mangelnden Wirtschaftlichkeit erteilt Lukner eine Absage. „Bei Multipartner-Bonusprogrammen zahlen Händler nicht für Streuverluste, sondern für tatsächliche Käufe bereits aktivierter Mitglieder. Insellösungen hingegen haben strukturelle Nachteile: Sie können Kunden außerhalb des eigenen Shops nicht erreichen, tragen Technologie- und Innovationskosten allein und verlieren langfristig an Rentabilität.“ Im Multipartner-Modell hingegen würden Forschungs- und Entwicklungskosten gemeinschaftlich finanziert. Lukner: „Der Erfolg lässt sich an Umsatzvolumen und Gesamtgewinn messen.“

Synergien bei Kundenwissen
Ein weiteres hartnäckiges Postulat betrifft die Datenhoheit der Unternehmen, welche diese im Falle einer Teilnahme an einem Multipartnermodell einbüßen würden. Auch dieses weit verbreitete Vorurteil lässt Lukner nicht gelten: „Händler, die ausschließlich auf eigene Daten setzen, sehen lediglich, was Kunden innerhalb ihres eigenen Sortiments tun und wissen nichts über jene, die abgewandert sind oder noch gar nicht gewonnen wurden. Multipartner-Bonusprogramme bieten demgegenüber Zugang zu potenziellen Neukunden, ein Auffangnetz für verlorene Käufer und eine datenschutzkonforme Anreicherung des Kundenwissens.“

Lukners Fazit: „Ob Emotionalisierung und Relevanz von Loyalty oder KI: Die Herausforderungen der heutigen Zeit sind komplex – wer heute auf Multipartner-Insights verzichtet, verzichtet auf wertvolle Orientierung und schränkt damit die eigenen unternehmerischen Möglichkeiten unnötig ein.“ (red)

Alle Infos zum Event unter: www.hsma.de/de/news/loyaltydays2026

BEWERTEN SIE DIESEN ARTIKEL

TEILEN SIE DIESEN ARTIKEL