Jänner-Inflation sinkt auf zwei Prozent
© PantherMedia/Klaus Ohlenschläger
RETAIL Redaktion 06.02.2026

Jänner-Inflation sinkt auf zwei Prozent

Inflation erreicht EZB-Zielwert, strukturelle Preistreiber bleiben aber laut Handelsverband weiterhin problematisch.

WIEN. Die Inflation in Österreich ist zu Jahresbeginn deutlich zurückgegangen: Laut Schnellschätzung der Statistik Austria lag die Teuerungsrate im Jänner bei zwei Prozent und erreichte damit erstmals seit längerer Zeit wieder den Zielwert der Europäischen Zentralbank. Im Dezember hatte die Inflationsrate noch 3,8% betragen. Ausschlaggebend für den Rückgang waren vor allem sinkende Energiepreise sowie das Auslaufen statistischer Basiseffekte.

Wieder akzeptable Preise?
„Damit sinkt die Teuerung in Österreich nach den hohen Inflationsraten des Jahres 2025 wieder auf die Werte der zweiten Jahreshälfte 2024“, erklärte dazu Manuela Lenk, Generaldirektorin der Statistik Austria.

Dämpfend wirkten demnach vor allem Preisrückgänge bei Strom, Gas, Heizöl und Treibstoffen sowie eine nur geringe Teuerung bei Industriegütern. Allein der Energiesektor verzeichnete im Jahresvergleich ein Minus von 4,9% und reduzierte die Inflationsrate um 1,2 Prozentpunkte. Gegenüber dem Dezember dürfte das Preisniveau im Jänner um 0,7% gesunken sein.
Weiterhin überdurchschnittlich verteuerten sich hingegen die Dienstleistungen mit 3,8%. Ihr Beitrag zur Gesamtinflation lag im Jänner bei rund 1,8 Prozentpunkten und damit niedriger als im Vorjahr. Nahrungsmittel, Tabak und Alkohol verteuerten sich im Jänner um 2,7% und damit ebenfalls moderater als 2025.

Für den Lebensmittelhandel sieht sich vor allem der Handelsverband bestätigt, denn: Bereits im Gesamtjahr 2025 lagen die Preissteigerungen bei Nahrungsmitteln mit 2,9% deutlich unter der Gesamtinflation von 3,6%. „Wir freuen uns, dass die Inflation in Österreich im Jänner mit zwei Prozent endlich wieder den EZB-Zielwert erreicht hat. Die Richtung stimmt wieder. Statistische Effekte dürfen aber nicht über den tatsächlichen Reformbedarf im Land hinwegtäuschen“, sieht das Rainer Will, Geschäftsführer Handelsverband. Der LEH sei mithin kein Preistreiber, sondern habe sowohl 2024 als auch 2025 inflationsdämpfend agiert.

Gegentrends ante portas
Mit Blick auf die Zukunft verweist der Handelsverband aber auch auf gegenläufige Effekte. Die im Februar in Kraft tretende Erhöhung der Tabaksteuer werde die Inflationsrate nach oben treiben, da Tabakwaren in der Statistik gemeinsam mit Nahrungsmitteln und Alkohol erfasst werden.
Gleichzeitig fordert der Handelsverband strukturelle Maßnahmen auf EU-Ebene, insbesondere ein Verbot territorialer Lieferbeschränkungen. Laut einer EU-Studie könnten Ver­braucher dadurch bis zu 19 Mrd. € pro Jahr einsparen. (red)

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