Kastner investiert weiter und stärkt Standorte
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Kastner-Chefs vor der Zentrale in Zwettl: Andreas Blauensteiner, Christof Kastner, Herwig Gruber.
RETAIL Redaktion 06.02.2026

Kastner investiert weiter und stärkt Standorte

Wachstum mit Maß und Selbstvertrauen: Kastner Gruppe baut Handel, Gastro und E-Commerce aus.

•• Von Christian Novacek

Die Kastner Gruppe mit Stammsitz im niederösterreichischen Zwettl hat 2025 ihren Wachstumskurs fortgesetzt: Der Umsatz belief sich auf mehr als 308 Mio. €, was einem Plus von 2,6% entspricht. Parallel dazu setzte das österreichische Familienunternehmen ein ambitioniertes Investitionsprogramm fort – sichtbarster Schritt war dabei wohl die Eröffnung des Standorts Wien Nord.

„Das Ergebnis zeigt, dass unser Modell aus Verlässlichkeit, Nähe zum Kunden und konsequenten Investitionen auch in einem herausfordernden Umfeld trägt“, ist Christof Kastner, geschäftsführender Gesellschafter der Kastner Gruppe, zufrieden. „Wir wachsen nicht um jeden Preis, sondern dort, wo wir nachhaltig Mehrwert schaffen – für Kunden, Partner und unsere Mitarbeiter.“

Neuer Glanz in Wien Nord
Der neue C&C Wien Nord wurde nach mehrjährigem Umbau im laufenden Betrieb im April 2025 eröffnet. Das Vollsortiment ist kompakt im Erdgeschoß angesiedelt, ergänzt durch die AllesWein-Abteilung mit begehbarem Weinklimaschrank. Das Sortiment umfasst mehr als 4.800 Weine von über 300 Produzenten. Im ersten Stock befinden sich ein 800 Quadratmeter großer Schauraum von Geschirr&Co sowie eine Profiküche. Die Kochwerkstatt ist zusätzlich direkt im Erdgeschoß präsent und wird mit mobilen Modulen für Beratung, Verkostung und Austausch genutzt.

Im Oktober wurde der Standort auch zur Bühne für die Präsentation der 30. Kastner Weinedition. Das Jubiläumsetikett zeigt ein Werk des 2025 verstorbenen Künstlers Herbert Brandl. Kastner sieht darin mehr als ein Marketingprojekt: Die Weinedition stehe für Haltung, Qualität und die Verbindung von Genuss und Kultur.

Ausgezeichnete Ausbildung
Auch organisatorisch entwickelte sich die Gruppe weiter. Kastner wurde mit der Auszeichnung „Staatlich ausgezeichneter Ausbildungsbetrieb“ geehrt, beschäftigt aktuell 32 Lehrlinge und begrüßte 2025 den 1.000. Mitarbeiter. Interne Karriereschritte prägten das Jahr, ebenso geordnete Übergaben an gleich mehreren Standorten.
Im Bereich Nachhaltigkeit erhielt Kastner für das Bestellprognosesystem Circly den Trigos NÖ Award 2025. Das System berücksichtigt unter anderem Wetter, Standort und Saison und trägt zur Reduktion von Lebensmittelverschwendung bei. Ergänzt wird dies durch Initiativen wie die „Teller statt Tonne“-Box sowie durch eine schrittweise Umstellung der Fahrzeugflotte auf E-Mobilität. Bereits im Frühjahr 2026 kommt dann erstmals ein elektrisch betriebener Kühl-Lkw im Regionalverkehr zum Einsatz.

Hybrid mit Nah&Frisch
Ein zentraler Wachstumstreiber mit maximaler Tradition bleibt auch in 2026 die Nahversorgung. Über 140 Nah&Frisch-Kaufleute arbeiten mit Kastner zusammen, 2025 wurden sechs neue Standorte eröffnet und 15 Märkte übergeben. Die Zahl der Hybridmärkte liegt mittlerweile bei über 20. „Nah&Frisch ist kein Konzept von der Stange, sondern lebt von starken Kaufleuten vor Ort“, ist Andreas Blauensteiner, als Geschäftsführer bei Kastner für den Einzelhandelsbereich zuständig, überzeugt. „Unsere Aufgabe ist es, diese Unternehmer bestmöglich zu unterstützen – wirtschaftlich, logistisch und mit Know-how.“

E-Commerce-Digitaloffensive
Auch digital wurde weiter investiert. myProduct.at ist seit zehn Jahren Teil der Kastner Gruppe und entwickelte sich zum führenden Anbieter im Bereich E-Commerce „as a Service“. 2025 übernahm myProduct.at weitere Marken-Onlineshops und baute sein Netzwerk aus. „Viele Produzenten wollen online wachsen, ohne ihre gesamte Organisation umbauen zu müssen“, beurteilt das Rainer Neuwirth, Geschäftsführer von myProduct.at und Bereichsleiter Business Development. „Genau hier setzen wir an und verbinden digitales Know-how mit Handelskompetenz.“

Stark in der Gastronomie
Trotz Tradition bei Nah&Frisch, trotz Innovation mit myProduct.at – der Abholmarkt- und Gastrodienst bleibt auch in 2026 der dynamischste Bereich der Gruppe. Der Zustellanteil stieg 2025 auf rund 70%. Weitere Investitionen sind an den Standorten Zwettl, Amstetten, Krems und Jennersdorf geplant. Ergänzt wird das Angebot durch digitale Services wie Infoterminals, Webshop-Anbindungen und einen WhatsApp-Infoservice.

Auch Biogast entwickelt sich positiv und belieferte 2025 rund 2.500 Bio-Kunden. Das Franchisesystem MeinBioMarkt arbeitet an erhöhter Sichtbarkeit – u. a. via Flugblatt und Messeauftritt auf der Biogast. Fazit: Mit Investitionen, personeller Kontinuität und dem Zusammenspiel aus stationärem Handel, Digitalisierung und regionaler Verankerung sieht sich die Kastner Gruppe für die kommenden Jahre gut aufgestellt.

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