Markenverband weist Kritik an Herstellern zurück
© Katharina Schiffl
Günther Thumser
RETAIL Redaktion 14.09.2026

Markenverband weist Kritik an Herstellern zurück

Der Österreichische Verband der Markenartikelindustrie (MAV) weist im Zusammenhang mit einem aktuellen Foodwatch-Preisvergleich pauschale Schuldzuweisungen an heimische Hersteller zurück.

Die Gegenüberstellung ausgewählter Verkaufspreise in Österreich und Deutschland zeige zwar Unterschiede, erkläre aber nicht deren Ursachen. „In der EU gibt es keine Einheitskosten. Preisvergleiche müssen deshalb die unterschiedlichen Kosten- und Marktbedingungen berücksichtigen“, sagt MAV-Geschäftsführer Günter Thumser.

Zu den Faktoren zählt der Verband Unterschiede bei Energie- und Logistikkosten, Löhnen und Sozialabgaben, Steuern sowie Pfand- und Recyclinggebühren. Auch Einkaufsvolumina und die Aktionspolitik des Handels müssten berücksichtigt werden. Gerade in Österreich hätten Aktionen, Rabattmarken und Kundenkarten erheblichen Einfluss auf die tatsächlich bezahlten Preise. „Für die Belastung der Haushalte zählt, was an der Kassa bezahlt wird“, so Thumser.

Zudem verweist der MAV darauf, dass die Endverkaufspreise vom Handel festgelegt werden. Aus einem höheren Regalpreis lasse sich daher nicht ableiten, welchen Anteil Hersteller erhalten. Auch Foodwatch halte fest, dass der Preisvergleich allein keine Erklärung für die festgestellten Unterschiede liefere.
Ablehnend steht der Verband einem generellen Verbot territorialer Lieferbeschränkungen gegenüber. Hersteller müssten im Rahmen des Wettbewerbsrechts weiterhin ihre Vertriebswege und Vertriebspartner wählen und marktgerechte Konditionen vereinbaren können. Ein generelles Verbot würde laut MAV zu wenig zwischen ungerechtfertigten Beschränkungen und sachlich begründeten Vertriebsvereinbarungen unterscheiden.

Der Verband warnt zudem davor, die niedrigsten europäischen Preis- und Kostenniveaus zum Maßstab für die heimische Lebensmittelproduktion zu machen. Hohe Standortkosten sowie Investitionen in Qualität, Bio-Produktion und Tierwohl müssten finanziert werden. Dauerhafter Preisdruck könne Hersteller, landwirtschaftliche Betriebe und Zulieferer belasten und langfristig auch Arbeitsplätze, Produktionsstandorte und Versorgungssicherheit gefährden.

„Der billigste Preis denkt nur ans Heute. Ein fairer Preis denkt weiter“, betont Thumser. Leistbare Lebensmittel und eine wirtschaftlich tragfähige heimische Produktion müssten gemeinsam betrachtet werden.

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