MÖDLING. MediaShop baut sein Geschäft nach der Insolvenz der früheren MediaShop-Gruppe wieder auf. Seit 1. Juni 2026 wird die Marke von der österreichischen One Spot GmbH geführt, die den Markennamen und wesentliche Vermögenswerte übernommen hat. In den ersten drei Monaten erzielte das Unternehmen im deutschen Einzel- und Großhandel einen Umsatz von mehr als vier Millionen Euro. Deutschland steht damit für rund die Hälfte des Gesamtumsatzes. Im Endkundengeschäft wurden in diesem Zeitraum knapp 60.000 Bestellungen aus Deutschland verzeichnet.
„Deutschland ist einer unserer wichtigsten Märkte und verfügt über eine große und loyale Kundenbasis. Auf dem Fundament einer bekannten Marke haben wir in kürzester Zeit ein neues Unternehmen aufgebaut. Nach nur drei Monaten stehen wir operativ auf soliden Beinen, arbeiten cashflow-positiv und gewinnen Schritt für Schritt Reichweite und Märkte zurück“, sagt Christoph Bauer, Inhaber und Geschäftsführer von MediaShop by ONE Spot.
TV-Präsenz und Vertrieb ausgebaut
Auch die TV-Präsenz in Deutschland wurde nach dem Neustart deutlich ausgeweitet. Während MediaShop by One Spot im April aufgrund der Insolvenz noch auf drei Sendern vertreten war, sind es inzwischen wieder zwölf. International stieg die Zahl der Sender von 16 in zwei Ländern auf aktuell 50 in fünf Ländern. Die TV-Vermarktung wird dabei zunehmend mit dem eigenen Onlineshop und weiteren digitalen Vertriebskanälen verbunden.
Das Geschäftsmodell basiert weiterhin auf Demonstrations-Commerce: Produkte werden in ihrer Anwendung gezeigt und über TV, Online und weitere Kanäle vertrieben. Rund 40 Mitarbeiter arbeiten derzeit für das Unternehmen. Warenwirtschaft, Kundenmanagement und weitere IT-Anwendungen wurden neu aufgesetzt und Prozesse digitalisiert. Die laufenden Aufwendungen für IT, Infrastruktur und Software konnten laut Unternehmen von rund 250.000 Euro auf rund 20.000 Euro pro Monat reduziert werden.
Neues Zentrallager in Frankfurt
Auch die Logistik wird neu organisiert. Das Zentrallager wird von Augsburg nach Frankfurt am Main verlegt, wo der Fulfillment-Dienstleister Quivo künftig die Lager- und Versandabwicklung übernimmt. Rund 10.000 Paletten Ware sollen in den kommenden Wochen an den neuen Standort gebracht werden.
„Wenn nach einer TV-Ausstrahlung die Bestellungen steigen, muss die Logistik sofort mithalten. Unsere selbst entwickelte IT-Plattform verbindet Warenwirtschaft, Lager und Versand und ermöglicht MediaShop eine vollautomatisierte digitale Bestellabwicklung mit Unterstützung künstlicher Intelligenz. Damit schaffen wir die Voraussetzungen, auch kurzfristige Nachfragespitzen effizient zu bewältigen und Kunden zuverlässig zu beliefern. MediaShop erhält so eine Logistik, die mit dem geplanten Wachstum in Deutschland Schritt halten kann“, so Georg Weiß, CEO von Quivo.
Bei der Produktauswahl sollen künftig technischer Nutzen, Qualität und die Erfahrungen der ersten Käufer stärker berücksichtigt werden. Neben neuen Produkten gewinnen Verbrauchsprodukte mit hoher Wiederkaufrate, etwa aus den Bereichen Reinigung, Haushalt und Nahrungsergänzung, an Bedeutung. (red)