Zwei Monate nach Übernahme der Marke zieht MediaShop by One Spot die Bilanz der Neuaufstellung: Seit Juni wurde das Unternehmen organisatorisch und operativ neu aufgestellt. Die Kostenbasis ist reduziert, Systeme ersetzt, die Logistik neu organisiert und die internationale Vertriebsreichweite wurde ausgebaut. Ergebnis: Das operative Geschäft ist nun Cashflow-positiv. Für 2026 plant MediaShop einen Umsatz von rund 40 Mio. €, mittelfristig werden 120 Mio. € angepeilt. Ein Wachstumstreiber ist die Internationalisierung.
Solide mit Reichweitengewinn
„Wir haben auf Basis einer bekannten und starken Marke in kürzester Zeit ein neues Unternehmen aufgebaut. Nach zwei Monaten stehen wir operativ auf soliden Beinen, arbeiten Cashflow-positiv und gewinnen gleichzeitig wieder Reichweite und neue Märkte“, kommentiert der zufriedene Eigentümer Christoph Bauer.
Die neue Gesellschaft übernahm mit 1. Juni die Verantwortung für die Marke. Rund 40 Mitarbeiter arbeiten heute für MediaShop. ERP-, CRM- und weitere IT-Systeme wurden neu aufgesetzt und Prozesse digitalisiert.
Besonders stark sanken laufende Kosten: Für IT, Infrastruktur und Software fielen früher monatlich rund 250.000 € an, heute liegen die vergleichbaren Aufwendungen bei rund 20.000 €. Auch die Zentrale in Neunkirchen wird durch einen kleineren Standort ersetzt. Parallel wurde die Vertriebsreichweite kräftig ausgebaut. Im April 2026 war MediaShop auf 16 TV-Sendern in zwei Ländern präsent, im Mai auf 20 Sendern. Im Juni waren es 37 Sender in drei Ländern, im Juli 45 Sender in vier Ländern. Im August erreicht das Unternehmen rund 50 TV-Sender in Österreich, Deutschland, der Schweiz, Ungarn und der Slowakei. Tschechien und Rumänien sollen folgen, in Ungarn wurde eine Tochtergesellschaft gegründet.
MediaShop positioniert sich als Spezialist für Demonstrations-Commerce. Im Mittelpunkt stehen erklärungsbedürftige Produkte. TV bleibt ein zentraler Kanal, wird aber stärker mit Online, Social Media und weiteren digitalen Vertriebskanälen verbunden. „Wir wollen nicht Amazon, Temu oder Shein kopieren“, betont Bauer. Die Stärke liege dort, wo Produkte erklärt werden müssten und Vertrauen eine Rolle spiele.
Logistik neu gedacht
Auch Warenbestand und Logistik werden neu aufgestellt. Im Zuge der Übernahme wurden rund 10.000 Paletten Ware übernommen – derzeit werden sie systematisch abgebaut und neu bewertet.
Parallel wird das künftige Sortiment aufgebaut. Die Produktauswahl soll mehr nach Qualität, Kundennutzen und internationaler Skalierbarkeit erfolgen. MediaShop versteht sich dabei zunehmend als Kurator, der Produkte auswählt, prüft, deren Nutzen demonstriert und erfolgreiche Artikel anschließend über mehrere Kanäle und Länder skaliert.
Zusätzlich prüft das Unternehmen im Zuge der Expansion in Zentral- und Osteuropa den Aufbau beziehungsweise die weitgehende Automatisierung eines Logistikstandorts. Die Infrastruktur soll zusätzliche Märkte und steigende Volumina ohne die frühere Kostenstruktur bewältigen.
Bauer kritisiert übrigens die österreichische Paketabgabe als zusätzlichen Standortnachteil: „Österreichische Händler zusätzlich zu belasten, während globale Plattformen den europäischen Markt mit Millionen Paketen bedienen, ist industriepolitisch schwer nachvollziehbar“, ist er überzeugt.
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