Mit zuckerfreien Schokoriegeln hat sich Neoh in den vergangenen Jahren am heimischen Markt etabliert. Nun will das Unternehmen die nächste Wachstumsphase einläuten – mit neuen Produktkategorien, dem Ausbau des B2B-Geschäfts und einer verstärkten Expansion nach Deutschland.
„Bei Neoh ist wirklich dieser Tipping Point erreicht. Das spürt man an allen Ecken und Enden, vor allem auch im Umsatz“, sagt Geschäftsführer Manuel Zeller im Gespräch mit medianet-Herausgeber Oliver Jonke. Für heuer rechnet das Unternehmen mit einem Wachstum von mehr als 50 Prozent.
Für Aufmerksamkeit sorgt derzeit vor allem das neue Eis-Sortiment. Eigentlich habe Neoh das Schokoladensegment weiterentwickeln wollen, erzählt Zeller. Die Idee für Eis sei jedoch eher zufällig entstanden, nachdem ein Produktionspartner die Neoh-Rezeptur in einer klassischen Eiscreme getestet hatte. Das Ergebnis überzeugte sofort – und entwickelte sich rasch zum Verkaufserfolg. Das Eis kommt ohne zugesetzten Zucker aus und enthält weniger als 100 Kalorien pro Portion.
Neben der Marke Neoh rückt zunehmend Zero+ in den Fokus. Der auf Ballaststoffen basierende Zuckerersatz wurde ursprünglich für Schokolade entwickelt, eignet sich mittlerweile aber auch für Eiscreme, Joghurt, Ketchup oder Getränke. „Wir wollen so viele Menschen wie möglich wegbringen von Zucker“, betont Zeller. Langfristig soll Zero+ ähnlich wie „Intel Inside“ als Qualitätsmerkmal auf Produkten sichtbar werden.
Auch bei der Internationalisierung zieht das Unternehmen Lehren aus der Vergangenheit. „Wir waren zu schnell im Ausland“, räumt Zeller ein. Heute verfüge Neoh jedoch über ausgereiftere Produkte und eine starke Position in Österreich, wo das Unternehmen mittlerweile auf einen Umsatz von knapp zehn Millionen Euro zusteuert. Deutschland soll nun zum wichtigsten Wachstumsmarkt werden.
Forschung und Entwicklung bleiben dabei zentrale Bausteine. Zero+ basiert auf Ballaststoffen aus Mais, Agave, Chicorée und Tapioka und soll Zucker künftig in immer mehr Anwendungen ersetzen. Ziel sei es, geschmackliche Kompromisse zu vermeiden und zugleich einen Beitrag zu einer ballaststoffreicheren Ernährung zu leisten. „Das Problem ist noch nicht endgültig gelöst. Deshalb werden wir weiterforschen und unsere Produkte laufend verbessern“, sagt Zeller.
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