SCS wandelt sich: Handel mit Zukunft
© Dragan Dok
Moderatorin Sasa Schwarzjirg, Paul Douay (Westfield), Handelsforscherin Theresa Schleicher und Rainer Will vom Handelsverband.
RETAIL Redaktion 18.09.2026

SCS wandelt sich: Handel mit Zukunft

Die Westfield Shopping City Süd feiert 50 Jahre und setzt auf Erlebnis, Vielfalt und neue Handelskonzepte.

VÖSENDORF. „Heute entsteht Attraktivität aus dem Zusammenspiel aus starken Marken und Produkten, Gastronomie, Freizeit, Services und Orten, an denen Menschen gerne Zeit verbringen“, sagt Paul Douay, Managing Director Asset Management Central Europe bei Unibail-Rodamco-Westfield. Anlass ist das 50-jährige Bestehen der Westfield Shopping City Süd.

Dimension der 1. Liga
Was 1976 als Einkaufszentrum nach amerikanischem Vorbild begann, zählt heute mit 205.600 m² Mietfläche, 330 Handels-, Gastronomie- und Freizeitkonzepten sowie rund 5.200 Beschäftigten zu den größten Shoppingdestinationen Europas. Besucher verbringen im Schnitt 71 Minuten im Center und steuern drei bis vier Geschäfte an.

Das Konzept hat sich in fünf Jahrzehnten klar verändert: Der Gastronomieanteil wurde auf 15% verdreifacht, Kino und Freizeitangebote schaffen neue Besuchsanlässe. Entscheidend sei laut Douay, immer wieder neue Gründe für einen Besuch zu schaffen und zugleich den Marken- und Konzeptmix weiterzuentwickeln. Mehr als 70% der Neueröffnungen von Einzelhändlern erfolgen laut Douay bereits in Top-Malls oder urbanen Flagship-Lagen.

Für Händler muss diese Entwicklung allerdings wirtschaftlich tragfähig bleiben. Rainer Will, Geschäftsführer des Handelsverbands, verweist auf Frequenz und Aufenthaltsqualität, mahnt aber auch leistbare Standortkosten ein: „Gleichzeitig müssen Miet- und Nebenkosten in einem tragfähigen Verhältnis zu den Umsätzen stehen.“

Händler bräuchten Standorte, an denen sie investieren und neue Konzepte erproben können. Stationär und online greifen dabei längst ineinander: Rund 42% der Onlinekäufer interagieren etwa über Click & Collect oder Retouren mit dem Filialnetz. Die Eröffnung eines Flagship-Stores kann die Onlineverkäufe einer Marke im jeweiligen Einzugsgebiet im Schnitt um sieben Prozent steigern.

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