••• Von Paul Hafner
Das Vienna Coffee Festival hat sich seit seiner Premiere 2015 zum etablierten Treffpunkt der europäischen Kaffeeszene entwickelt und verbindet Branchentreff mit Publikumsmesse. Nach anfänglich 1.800 Besuchern zählte die Messe in den vergangenen Jahren bereits zwischen 8.000 und 10.000 Besucher – nun soll ein neues Kapitel aufgeschlagen werden.
Mit der heurigen Ausgabe (von 11. bis 13. September in der Marx Halle in Wien Landstraße) übernimmt LeforOberbauer die Organisation des Festivals. Die Wiener Event- und Kommunikationsagentur, u.a. bekannt für die Ausrichtung des Wiener Kabarettfestivals, will „die erfolgreiche Arbeit von Günther Gapp“ fortführen und nun auf ein neues Level heben; Gapp, der das Festival vor zwölf Jahren ins Leben rief, bleibt diesem als „Special Adviser“ erhalten.
Mehr Vielfalt
„Das Vienna Coffee Festival war immer ein Ort der Begegnung, des Austauschs und der Leidenschaft für Kaffee. Genau das wollen wir bewahren und gleichzeitig neue Themen und Zielgruppen ansprechen“, erklärt Michi Lefor, Geschäftsführerin von LeforOberbauer. Die zwölfte Ausgabe soll „größer denn je“ werden, verspricht sie – mit mehr Ausstellern im „Röster-Village“, mehr Möglichkeiten zum Verkosten und Entdecken, einer neukonzipierten Home-Barista-Area mit Workshop-Bereich sowie hochkarätigen Gästen und einem abwechslungsreichen Programm, „das weit über die Kaffeetasse hinausblickt“, wie es in einer Aussendung heißt.
Das Vienna Coffee Festival verstehe sich längst nicht mehr nur als Branchenevent, erklärt Lefor. Es sei ein Festival „für alle, die Kaffee genießen, mehr darüber erfahren oder selbst tiefer in die Materie eintauchen möchten“.
Weltmeister zu Gast
Zu den Programm-Highlights des Vienna Coffee Festivals 2026 zählt der Besuch von Jack Simpson, dem amtierenden World Barista Champion und Stargast des italienischen Ausstellers Faema.
Der Australier setzte sich bei den Championships in Mailand gegen die internationale Elite der Kaffeeszene durch und zählt zu ihren prominentesten Gesichtern. Nach Platz drei im Jahr 2023 und Rang zwei 2024 gelang ihm 2025 schließlich der Sprung an die Weltspitze.
Nachhaltigkeit im Fokus
Die Open Stage soll an allen drei Festivaltagen zum Treffpunkt für „spannende Diskussionen, neue Perspektiven und kontroverse Standpunkte rund um die Welt des Kaffees“ werden. Im Mittelpunkt stehen dabei Themen wie die Auswirkungen des Klimawandels auf den Kaffeeanbau, nachhaltige und klimaresiliente Lösungen für die Branche, die Zukunft der Specialty-Coffee-Szene sowie die Frage, wie sich traditionelle Kaffeehauskultur und moderne Kaffeekultur zueinander verhalten.
Für Unterhaltung und Inspiration sorgen sollen humorvolle Betrachtungen der „Religion Kaffee“ und persönliche Einblicke von Branchenexperten. Durch das Programm führt auch heuer wieder der erklärte Kaffee-Afficionado Jörg Wagner, der gemeinsam mit seinen Gästen aktuelle Entwicklungen, Herausforderungen und Chancen der internationalen Kaffeewelt beleuchtet.
Workshops und mehr
Selbst aktiv werden können Besucher indes im bereits erwähnten Workshop-Bereich, der an allen drei Veranstaltungstagen praktisches Wissen zu Themen wie Latte Art, Brewing, Wasser & Kaffee und „How to Run a Coffee-Shop“ vermitteln soll. Die jeweils rund 45-minütigen Sessions richten sich sowohl an Einsteiger als auch an fortgeschrittene Kaffeefans und versprechen praxisnahe Tipps direkt von Profis. Eine Übersicht über die Angebote samt Infos zur Anmeldung findet sich seit Anfang August unter viennacoffeefestival.cc.
Ein weiterer Fixpunkt sind auch heuer wieder die Staatsmeisterschaften der Specialty Coffee Association Austria (SCA). In den Disziplinen „Barista“ und „Latte Art“ treten die besten österreichischen Talente gegeneinander an und kämpfen um die Qualifikation für internationale Meisterschaften.