••• Von Alexander Haide
WIEN. Im Rahmen einer Pressekonferenz im FLiP – Erste Financial Life Park in Wien stellte die Innovationsstiftung für Bildung (ISB) ihr neues Cross-Mentoring-Programm für Schulleitungen vor. In einem strukturierten zehnmonatigen Mentoringprozess arbeiten Wiener Schulleitungen und erfahrene Führungskräfte aus der Wirtschaft gemeinsam an Fragen von Führung, Veränderung und Organisationsentwicklung. Das Programm ist im „Plan Zukunft“ von Bildungsminister Christoph Wiederkehr verankert und wird von der Pädagogischen Hochschule Wien wissenschaftlich begleitet.
Bildungspolitische Priorität
Schulleiterinnen und Schulleiter zählen zu den entscheidenden Akteuren in der Qualitätssicherung von Schulen. Gleichzeitig werden sie in ihrer Ausbildung kaum auf die Managementanforderungen vorbereitet, denen sie im Schulalltag begegnen: Personalführung, Organisationsentwicklung, Ressourcenplanung und die Begleitung von Veränderungsprozessen verlangen Kompetenzen, die über das Pädagogische hinausgehen. In Wiederkehrs „Plan Zukunft“ nehmen Bildungsinnovation und die Stärkung von Schulleitungskompetenzen eine zentrale Rolle ein. Das Cross-Mentoring-Programm der ISB ist als konkretes Format darin verankert.
ISB-Vorstand Jakob Calice betonte die strategische Bedeutung des Programms: „Schulleitungen sind die Schlüsselpersonen für innovative und zukunftsfähige Schulen. Mit dem Cross-Mentoring-Programm geben wir ihnen Zugang zu Erfahrungen und Perspektiven, die innerhalb des Bildungssystems selbst schwer zu gewinnen sind. Das ist Teil unserer Strategie, innovative Schulentwicklung in Österreich gezielt zu stärken.“
Sparring auf Augenhöhe
Das Programm wurde von Therese Niss, Vorstand der MINTality Stiftung, initiiert, konzipiert und gemeinsam mit der ISB weiterentwickelt. Die neun Tandems der Pilotphase wurden anhand klar definierter Kriterien gematcht, unter Berücksichtigung von thematischem Fokus, Führungsstil und regionaler Nähe. Über die Programmlaufzeit finden persönliche Treffen statt, darunter ein Besuch direkt an der Schule. Ergänzend werden Workshops zu Themen wie Führung, Change Management und Organisationskultur sowie Intervisionen unter den Schulleitungen angeboten. Und: Führungskräfte aus der Wirtschaft gewinnen Einblicke in ein Arbeitsumfeld, das Führung einer Expertenorganisation ohne klassische Weisungsbefugnis, den Umgang mit komplexen Interessengruppen und sinnorientiertes Handeln verlangt.
„Neue Perspektiven“
Gerda Holzinger-Burgstaller, CEO der Erste Bank, nimmt persönlich als Mentorin am Pilotprogramm teil. Für sie steht dieses Engagement in direktem Zusammenhang mit der Zukunftsfähigkeit des Wirtschaftsstandorts Österreich: Schulen, die offen für Veränderung sind und Innovationskompetenz entwickeln, seien auch für die Wirtschaft von Bedeutung. Öffentlich-private Partnerschaft versteht sie als strukturelle Haltung gegenüber gesellschaftlicher Mitverantwortung. „Innovationsfreudige Schulen sehe ich als Voraussetzung für einen wettbewerbsfähigen Wirtschaftsstandort. Als Mentorin kann ich dazu beitragen, dass Schulleitungen ihre Organisationen mutiger und wirksamer führen. Ich bin auch überzeugt davon, dass ich aus diesem Austausch selbst neue Perspektiven mitnehmen werde“, so Holzinger-Burgstaller.
Kathrin Weissenbacher, Schulleiterin am BGRG/WMS Simonsgasse in Wien, nimmt als Mentee am Programm teil. Schulleitung umfasst für sie neben pädagogischer Verantwortung auch Personalentwicklung, Kommunikation und die kontinuierliche Weiterentwicklung der Schule als Organisation.