WIEN. Gute Arbeitgeberkultur ist längst mehr als ein weicher Wohlfühlfaktor. In Zeiten von Fachkräftemangel, Transformationsdruck und steigenden Erwartungen an Führung wird sie zunehmend zum wirtschaftlichen Wettbewerbsfaktor. Das zeigte auch die Verleihung der „Best Workplaces Austria 2026“, bei der Great Place to Work Österreich zum 24. Mal die besten Arbeitgeber des Landes auszeichnete. Die Top 50 wurden am 20. Mai in der Eventlocation Ariana in Wien auf die Bühne geholt.
Mitarbeiter bewerten
Bewertet wurden die Unternehmen nicht von einer externen Jury, sondern auf Basis anonymer Mitarbeiterbefragungen. In Österreich stützt sich die diesjährige Liste auf rund 1,7 Mio. Antworten aus Unternehmen, die mehr als 40.000 Beschäftigte repräsentieren.
Die Auszeichnung macht sichtbar, wie stark Vertrauen, Führungskultur und Leistungsbereitschaft zusammenhängen. Laut Great Place to Work geben in den ausgezeichneten Unternehmen neun von zehn Mitarbeitenden an, bereit zu sein, zusätzlichen Einsatz zu leisten; in Durchschnittsunternehmen sind es sechs von zehn.
Jörg Spreitzer, Managing Partner von Great Place to Work Österreich, betonte bei der Verleihung, Vertrauen, Wertschätzung und starke Führungskultur verbesserten nicht nur das Arbeitsumfeld, sondern trügen maßgeblich zum Unternehmenserfolg bei.
Kategoriesieg für Kesch
Ausgezeichnet wurde in fünf Größenkategorien. In der Kategorie XS mit 20 bis 49 Mitarbeitenden belegte Kesch – The Brand Experience Company den ersten Platz. Für Co-Founder und CVO Thomas Kenyeri ist der Erfolg eng mit einem bestimmten Führungsverständnis verbunden: „Beim ‚Kesch Pack‘ ist Führung keine Macht, sondern eine Rolle. Wir schützen, fördern und fordern unser Rudel – weil Menschen, die sich entfalten können, Außergewöhnliches leisten“, so Kenyeri.
Platz 1 für Ontec & willhaben
In der Kategorie S gewann Ontec AG, bei den mittelgroßen Unternehmen mit 100 bis 249 Beschäftigten lag AbbVie an der Spitze. In der Kategorie L, also bei Unternehmen mit 250 bis 499 Mitarbeitenden, holte willhaben den ersten Platz. Geschäftsführerin Sylvia Dellantonio sieht den Erfolg vor allem in einer Kultur begründet, die Gestaltungsspielraum zulässt: „willhaben steht für eine Atmosphäre der Möglichkeiten: In einem wettbewerbsintensiven Markt ist unser exzellentes Team so erfolgreich, weil wir gemeinsam einen inspirierenden Ort schaffen, an dem Wertschätzung, Experimentierfreude als auch offene und direkte Kommunikation so aktiv gelebt werden, dass sich besonderes Talent entfalten kann.“
Employer Branding Awards
Bei den Großunternehmen mit mehr als 500 Mitarbeitenden führte Hilton das Ranking an, gefolgt von Allianz Österreich und Dynatrace. Neben den Best Workplaces wurden auch fünf Unternehmen für ihr Employer Branding ausgezeichnet: Certainity, ILF Consulting Engineers Austria, Nägele & Strubell Parfümerien, Photonic Optische Geräte sowie we.dify.
Damit zeigt die Auszeichnung auch, wie eng interne Kultur und externe Arbeitgebermarke inzwischen zusammengehören. Wer Talente gewinnen und halten will, muss nicht nur gute Arbeitsbedingungen bieten, sondern diese auch glaubwürdig sichtbar machen.
Die Botschaft des Abends war entsprechend klar: Das Bemühen um eine hochwertige Unternehmenskultur ist kein Zusatzprogramm der HR-Abteilung, sondern ein strategischer Faktor – und im Wettbewerb um Menschen längst Teil der Unternehmensperformance. (sb)
Der Wow-Faktor
•• Von Britta Biron Dass wir heute eine der nachgefragtesten Eventagenturen des Landes sind, hätte ich mir niemals erträumen können“, erinnert sich David Strolz an die Anfänge