••• Von Alexander Haide
WIEN. Das Jahr 2026 verspricht für Unternehmenslenker und Executives turbulent zu werden: Beim Thema Weiterbildung wird es neben konkreten (Superteam-) Leadership-Skills vor allem um neue Denkweisen, Widerstandsfähigkeit, Flexibilität und innere Haltung gehen. Welche vier Weiterbildungsschwerpunkte für Führungskräfte 2026 besonders wichtig sein werden, analysiert Alexander Bari, Head of Executive Education der WU Executive Academy in Wien.
Führungsbilder hinterfragen
Im vergangenen Jahr stand Executive Education vor allem im Zeichen der Neuorientierung. Führungskräfte mussten lernen, mit Unsicherheit zu leben, technologische Umbrüche einzuordnen und klassische Führungsbilder zu hinterfragen. Diese Entwicklung verschärft sich: Die Frage ist nicht mehr, ob sich Führung grundlegend verändert, sondern wie gut Organisationen darauf vorbereitet sind.
Globale Krisen, KI-gestützte Wertschöpfung, neue regulatorische Rahmenbedingungen und ein tiefgreifender kultureller Wandel in der Arbeitswelt fordern Führungskräfte auf einer anderen Ebene heraus. Nicht operative Exzellenz entscheidet, sondern die Fähigkeit, Orientierung zu geben, Entscheidungen auch unter massiven Unsicherheiten zu treffen und so Organisationen zukunftsfähig auszurichten.
Purpose ist längst mehr als ein kommunikatives Versprechen und bleibt das Maß für unternehmerische Identität und Ausrichtung. In einer Zeit wachsender Unsicherheit wird er zur unternehmerischen Leitplanke, an der sich strategische Entscheidungen ausrichten. Unternehmen, die ihren Zweck nicht klar benennen können, verlieren Orientierung und ihre eigene Identität, intern wie extern.
Robustes Systemdesign
Resilienz galt lange als persönliche Fähigkeit oder Eigenschaft: Stress aushalten, sich schnell erholen, mental stark bleiben. In einer Welt permanenter Disruption entscheidet nicht die psychische Robustheit Einzelner, sondern die strukturelle Anpassungsfähigkeit ganzer Organisationen. Resilienz wird damit zu einer Frage von Systemdesign.
Strategische Voraussicht
KI verändert nicht nur Prozesse, sondern Machtverhältnisse, Entscheidungslogiken und Organisationsstrukturen. Führungskräfte stehen vor der Aufgabe, diese Technologie nicht nur zu nutzen, sondern verantwortungsvoll und ergebnisorientiert zu gestalten. Zudem gewinnt Strategic Foresight an Bedeutung. Es geht nicht darum, die Zukunft verlässlich vorhersagen zu können, sondern darum, systematisch mit Unsicherheit und Unplanbarkeit umzugehen.
