WIEN. Schaden- und Unfallversicherer sehen sich einer wachsenden Wettbewerbslücke gegenüber: Zehn Prozent der Branche setzen KI erfolgreich ein, während andere darum kämpfen, nennenswerte Vorteile zu erzielen. Der nun in seiner 19. Auflage erschienene „World Property & Casualty Insurance Report 2026“ des Capgemini Research Institute erklärt die KI-Kluft teils dadurch, dass 42% der Versicherer keine KI-Kennzahlen erfassen.
„Intelligence Trailblazers“
Ohne zu messen und validieren was funktioniert, verbleiben 60% der Versicherer in der Erkundungs- oder Proof-of-Concept-Phase. Die Studie zeigt, dass derzeit nur eine kleine Gruppe von Versicherern KI nicht nur als Werkzeugset betrachtet, sondern als zentrale operative Kompetenz. Sie stellen eine gleichzeitige Abstimmung zwischen Strategie und Personal, technologischer Grundlage und organisatorischer Umsetzung sicher.
Diese Versicherer werden als „Intelligence Trailblazers“ bezeichnet und erzielen über einen Zeitraum von drei Jahren ein bis zu 21% höheres Umsatzwachstum sowie einen Anstieg des Aktienkurses um etwa fünf Prozent.
Was die Erfolgsfaktoren sind …
Diese Vorreiter unterscheiden sich in mehrfacher Hinsicht von Mainstream-Versicherern: Sie investieren fast viermal häufiger in Change-Management, das über grundlegende Schulungen hinausgeht; sie verfügen fast dreimal häufiger über eine Infrastruktur für erklärbare KI, die unternehmensweit Vertrauen schafft; und sie sorgen fast doppelt so häufig dafür, dass KI direkt in Stellenbeschreibungen verankert wird, wodurch Verantwortlichkeit geschaffen wird. Während KI-Vorreiter klare Vorteile verbuchen, knabbert die restliche Branche weiterhin an den Herausforderungen. Fast die Hälfte (49%) der Arbeitszeit entfällt auf die teamübergreifende Zusammenarbeit.
… und wo’s Nachholbedarf gibt
Auch bei der Datenbereitschaft gibt es Nachholbedarf: Nur zwölf Prozent der Versicherer geben an, einen sehr hohen Reifegrad zu haben, obwohl sie stark auf Daten angewiesen sind, die bisher nur unstrukturiert vorliegen.
Zudem besteht weiterhin eine wachsende Vertrauenslücke: 43% der Mitarbeiter nennen die Arbeitsplatzsicherheit ihr größtes Anliegen und nur 14% der Mitarbeiter haben eine „sehr klare“ Vorstellung davon, wie KI in ihre Arbeit passt. (rk)
ORF-Wahl: Breitenecker skizziert "souveränen ORF"
WIEN Markus Breitenecker hat am Freitag im Rahmen einer Pressekonferenz die Eckpunkte seiner Bewerbung um die ORF-Generaldirektion erläutert. Grundlage ist ein rund 145 Seiten umfassendes