WIEN. Finanzbildung ist für viele junge Menschen in Österreich zu einer entscheidenden Zukunftsfrage geworden. Der aktuelle Jugendbericht 2026, erstellt gemeinsam mit dem Sozialunternehmen YEPworks und dem Financial Life Park (FLiP), zeigt ein klares Bild: Jugendliche beschäftigen sich intensiv mit Geld – fühlen sich aber oft nicht ausreichend vorbereitet und erleben die Finanzwelt als zunehmend komplex.
Wichtig für die Gesellschaft
Mehr als 1.800 Jugendliche aus ganz Österreich haben ihre Perspektiven, Meinungen und Erfahrungen zum Umgang mit den eigenen Finanzen eingebracht. Ihre Stimmen zeigen klar, dass der Wunsch nach mehr Finanzbildung groß ist, der Zugang dazu jedoch ungleich verteilt. „Finanzbildung ist heute nicht nur für den Einzelnen wichtig, sondern für die gesamte Gesellschaft. Wer versteht, wie Geld funktioniert, kann bessere Entscheidungen treffen und langfristig stabiler und selbstbestimmter leben. Umso wichtiger ist es uns, Finanzwissen breiter zugänglich zu machen und dabei nicht über junge Menschen zu sprechen, sondern gemeinsam mit ihnen Lösungen zu entwickeln“, sagt Gerda Holzinger-Burgstaller, CEO Erste Bank Österreich.
Schultyp macht Unterschied
Ein besonders deutliches Ergebnis betrifft die Rolle der Schule. 72% der AHS-Schülerinnen und -Schüler geben an, in der Schule eher nichts oder nichts über Geld und Finanzen zu lernen. Bei den BHS-Schülern sind es nur 17%. Auch beim subjektiven Wissensstand zeigt sich dieser Unterschied: 59% der Schüler aus allgemeinbildenden Schulen fühlen sich unsicher im Umgang mit Geld, gegenüber 34% bei berufsbildenden Schulen.
Diese Unterschiede wirken sich spürbar auch auf das Sicherheitsgefühl aus: 64% der AHS-Schüler fühlen sich in Bezug auf Geld und Finanzen nicht ausreichend auf ihre Zukunft vorbereitet (BHS: 38%).
Weitere Ergebnisse der Studie: 45% der Befragten fühlen sich in Bezug auf Geldthemen oft oder manchmal gestresst, nur 17% nie.
Ein Drittel der Jugendlichen aus finanziell weniger abgesicherten Haushalten gibt an, dass regelmäßig Geld für grundlegende Bedürfnisse fehlt – deutlich mehr als bei Gleichaltrigen aus finanziell stabilerem Umfeld (10%). 71% der Jugendlichen sehen Verschuldung durch Online-Bezahldienste als Gefahr. (rk)
ORF Wahl: Ein deutlicher Sieg für Clemens Pig
WIEN Am Ende hat sich der Favorit durchgesetzt: APA-CEO Clemens Pig wird ab Jänner 2027 neuer Generaldirektor des ORF. Der 51-Jährige hat sich im ersten Wahlgang mit 21 von 35 Stimmen