Druck auf Generika
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teva/ratiopharm-Geschäftsführer Elgar ­Schnegg (r.) warnt im Interview mit Chris Radda vor Risiken für die Arzneimittel­versorgung.
HEALTH ECONOMY Redaktion 24.08.2026

Druck auf Generika

teva/ratiopharm-Geschäftsführer Elgar Schnegg analysiert im medianet-TV-Interview die Versorgung und Forschung.

•• Von Martin Rümmele

WIEN. Generika sind eine tragende Säule der österreichischen Arzneimittelversorgung – doch der anhaltende Preisdruck gefährdet zunehmend die Verfügbarkeit. Diese Warnung formuliert Elgar Schnegg, Geschäftsführer der teva/ratiopharm Arzneimittel Vertriebs-GmbH, im medianet-TV-Format „health:economy“ im Gespräch mit Herausgeber Chris Radda.

„Rückgrat der Versorgung“
Nach Angaben Schneggs entfallen rund 60% der abgegebenen Medikamente und etwa die Hälfte aller Verschreibungen in Österreich auf Generika. Wertmäßig machten diese jedoch nur 14% der Arzneimittelausgaben aus. „Generika und Biosimilars sind das Rückgrat der medikamentösen Versorgung“, sagt der teva-Manager. Sie stellten etablierte Therapien kostengünstig bereit und leisteten damit bereits einen wesentlichen Beitrag zur Ausgabendämpfung im Gesundheitssystem. Der durchschnittliche Preis eines Generikums liege bei rund fünf Euro. Diesem niedrigen Erlös stünden steigende Aufwendungen für Wirkstoffe, Produktion, Energie, Verpackung, Logistik, regulatorische Gebühren und Arzneimittelsicherheit gegenüber.

Gefährdete Präparate
Während sich das allgemeine Preisniveau in den vergangenen zehn Jahren um rund 30% erhöht habe, seien die Generikapreise um etwa 40% gesunken. Eine reguläre Inflationsanpassung gebe es nicht.  Die Folge sei ein wachsender wirtschaftlicher Druck auf die Anbieter. Allein innerhalb von zwölf Monaten seien 247 Arzneimittel vom österreichischen Markt verschwunden. Besonders gefährdet seien Präparate mit kleinen Absatzmengen. Niedrige Preise, ein vergleichsweise kleiner Markt und schmale Renditen erschwerten zudem konzernintern die Argumentation, knappe Medikamente vorrangig nach Österreich zu liefern.

Kritisch beurteilt Schnegg zusätzliche kurzfristige Preissenkungen oder Ausschreibungen einzelner Wirkstoffe. Diese könnten zwar vorübergehend Einsparungen bringen, mittelfristig aber die Zahl der Anbieter und die Breite des Sortiments verringern. Mehr als 60% der Wirkstoffe würden inzwischen aus Kostengründen in Asien produziert. Schnegg fordert daher faire und planbare Rahmenbedingungen, um Produktion in Europa zu sichern oder zurückzuholen.

Neues aus der Forschung
teva setzt neben Generika und Biosimilars auf innovative Arzneimittel sowie rezeptfreie Produkte. In der Forschung hebt Schnegg Fortschritte bei chronischer Migräne und ein neues Präparat zur Behandlung von Schizophrenie hervor. Im OTC-Bereich bleiben Erkältung und Schmerz wichtige Schwer­punkte.

Das gesamte Interview sehen Sie auf: tv.medianet.at

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