SCHLADMING. Beim Austrian Health Forum herrschte unter den Teilnehmenden bemerkenswerte Einigkeit über die Diagnose des Gesundheitssystems. Uneinigkeit besteht hingegen weiterhin bei der Frage, wie die notwendigen Reformen umgesetzt werden sollen. Das spiegelt auch wieder was sich aktuell auf der politischen Ebene zeigt.
Vertreter von Bund, Ländern, Sozialversicherung, Gesundheitsberufen, Ärzteschaft und Industrie zeichneten das Bild eines Systems, das unter steigenden Kosten, Personalmangel, demografischem Wandel und komplexen Zuständigkeitsstrukturen leidet. Gleichzeitig wurde deutlich: An erfolgreichen Lösungsmodellen mangelt es nicht. Vielmehr scheitert die Modernisierung des Systems häufig an politischen Interessenkonflikten und föderalen Kompetenzfragen. „Wir wissen längst, was zu tun ist“, lautete sinngemäß die Botschaft zahlreicher Diskutanten. Statt immer neue Reformkonzepte zu entwickeln, müsse Österreich erfolgreiche Projekte endlich in die Regelversorgung überführen.
Katharina Reich, Sektionschefin im Gesundheitsministerium, sprach von einer zunehmenden „Projektitis“. Österreich verfüge über zahlreiche erfolgreiche Pilotprojekte, von telemedizinischen Versorgungsmodellen wie HerzMobil über die Gesundheitsberatung 1450 bis hin zu Community-Nursing-Konzepten. Nun brauche es den Mut, diese Modelle flächendeckend umzusetzen.
Systemgrenzen als Hürden
Der eigentliche Konflikt verläuft entlang der Systemgrenzen. Während Sozialversicherung und Bund stärker auf Vereinheitlichung drängen, verteidigen die Länder ihre Steuerungsfunktion. ÖGK-Arbeitgeberobmann Peter McDonald kritisierte, dass Versorgungsqualität und Leistungsangebote teilweise noch immer vom Wohnort abhängen. Die getrennte Finanzierung von Krankenanstalten durch die Länder und des niedergelassenen Bereichs durch die Sozialversicherung führe zu Doppelgleisigkeiten und Fehlanreizen. Die Länder wiederum warnen vor übermäßiger Zentralisierung. Kärntens Gesundheitsreferentin Beate Prettner (SPÖ) verwies auf die Erfahrungen mit früheren Reformen und forderte ausreichend regionale Handlungsspielräume.
Mit der Kraft der Physik
Angesichts der anhaltenden Zuspitzung in der Straße von Hormuz und explodierender Energiepreise forderte Norbert Hofer, Vice President der Grazer Emerald Horizon AG, einen radikalen