WIEN. „In politischen Debatten oder Alltagsgesprächen tauchen immer wieder dieselben Aussagen auf. Sie werden zitiert, leicht variiert und weitergegeben – oft ohne den Ursprung oder die empirische Grundlage zu prüfen“, schreiben die medianet-Redakteure Sabine Stehrer, Silke Tabernik und Martin Rümmele in einem neuen Buch, das nun im Österreichischen Parlament vorgestellt worden ist.
„Differenzierte Debatte“
„Vieles von dem, was in den Debatten als selbstverständlich gilt, hält einer genaueren Betrachtung nur eingeschränkt stand oder erweist sich als verkürzt, verzerrt oder schlicht falsch.“ Man wolle dazu beitragen, „verbreitete Annahmen zu hinterfragen, Fakten von Deutungen zu unterscheiden und Raum für eine differenzierte Diskussion zu schaffen“. Eine „informierte Debatte“ sei immer besser als eine, „die sich auf ungeprüfte Gewissheiten stützt“, so die Autoren im Gespräch mit der Präsidentin des Pflegeverbandes ÖGKV, Elisabeth Potzmann, Martin Schenk (Armutskonferenz), Allgemein- und Familienmedizinerin Susanne Rabady (ÖGAM) und dem Gesundheitssprecher der Grünen, Ralph Schallmeiner.
Als zentrales Beispiel wird die häufig geäußerte Behauptung genannt, die Gesundheitsausgaben würden „explodieren“. „Kaum ein Begriff wird so regelmäßig verwendet, wenn es um Reformbedarf geht“, schreiben die Autoren. Setze man die Ausgaben ins Verhältnis zur Wirtschaftsleistung, so zeige sich „ein deutlich differenzierteres Bild“. Der oftmalige Ruf nach Selbstbehalten und Eigenbeteiligungen zur „Steuerung“ der Patientinnen und Patienten wird von den Autoren ebenso kritisch hinterfragt. Auch der Mythos vom „besten Gesundheitssystem der Welt“ halte einer „faktenbasierten Prüfung“ nicht stand. Mythen wie diese würden Komplexität reduzieren, „scheinbare Klarheit“ schaffen und „eingängige Erklärungen für schwierige Fragen“ liefern – sie seien aber „selten neutral“. Unterschiedliche Akteure würden bestimmte Narrative aufgreifen und verstärken, um deren jeweiligen Positionen zu untermauern. Im Buch werden 25 solcher Mythen beleuchtet. (red)
EY-Parthenon übernimmt Syngroup
EY-Parthenon übernimmt wesentliche Teile des Wiener Beratungsunternehmens Syngroup im Rahmen eines Asset Deals. Mit dem Zusammenschluss erweitert EY seine Kompetenzen in der Industrie-