Mehr als Medizin
© smarterpix/depositedhar
Die Zahl der klinischen Studien, die in Österreich durchgeführt wurden, ging zuletzt zurück. Sie soll wieder höher werden.
HEALTH ECONOMY Redaktion 10.07.2026

Mehr als Medizin

Was klinische Forschung Patienten, Ärzten, den Kliniken, an denen geforscht wird, und der Volkswirtschaft bringt.

WIEN. Bereits zum zweiten Mal hat das Institut für Pharmaökonomische Forschung (IPF) im Auftrag des Verbands pharmazeutischer Industrie (Pharmig) analysiert, was industriegesponserte klinische Forschung der Volkswirtschaft Österreichs bringt und die Daten aus 2018 mit den aktuellen aus 2025 verglichen. Zum Ergebnis sagt IPF-Geschäftsführerin Evelyn Walter: „Die volkswirtschaftliche Bedeutung klinischer Forschung hat weiter zugenommen.“ So stieg die Bruttowertschöpfung von 144 auf 174 Mio. €, und auch die Zahl der Arbeitsplätze, die durch die Forschung geschaffen und gesichert wurden, wuchs von 2021 auf 2.276.

Laut Walter entlastet die Forschung das Gesundheitssystem auch weiterhin in erheblichem Umfang: Zuletzt wurden pro Jahr medizinische Leistungen im Wert von 122,3 Mio. € von der pharmazeutischen Industrie finanziert. Inflationsbereinigt liegt dieser Betrag unter jenem von 2018 mit 135 Mio. €. Das liegt auch daran, dass die Zahl der Studien um zwölf Prozent abnahm und zuletzt bei jährlich 430 lag. Für die Analyse des IPF wurden Daten aus 600 industriegesponserten klinischen Prüfungen (IGKP) aus den Jahren 2020 bis 2024 untersucht, der Schwerpunkt lag im Bereich der Onkologie. Durchschnittlich wurden bei den IGKP zwölf Patienten während fast 40 Monaten behandelt.

Forschung macht attraktiv
Dass klinische Forschung aber weit mehr ist als bloß Medizin zeigt auch, was die Medizinische Leiterin der Österreichischen Gesellschaft für Hämatologie und medizinische Onkologie (OeGHO) Kathrin Strasser-Weippl sagt: „Wird an einer Klinik geforscht, dann macht sie das für Ärzte attraktiv, sie können durch die Möglichkeit der Teilnahme an Innovation eher an der Klinik gehalten werden.“ Für Patienten biete die Einbindung in Studien wiederum oft die einzige Chance, eine innovative Therapie zu bekommen. Dejan Baltic und Bernhard Mraz, beide vom Committee Klinische Forschung der Pharmig, betonen in Anbetracht dessen, dass eine nationale Strategie zur Ankurbelung der Forschung an den heimischen Kliniken nötig sei.

BEWERTEN SIE DIESEN ARTIKEL

TEILEN SIE DIESEN ARTIKEL