•• Von Sabine Stehrer
WIEN. Sie trugen Namen wie „Pepper“, „Robear“ oder „Hug“: Roboter, die bisher als Hilfe in der Pflege eingesetzt wurden. Die einen sollten Heimbewohner unterhalten, die anderen Pflegekräften beim Heben helfen. Doch keiner davon erwies sich als praxistauglich. Für das transdisziplinäre Projekt „Pflegende Roboter/Roboter in der Pflege“, das vom Wissenschaftsfonds (FWF) gefördert wird, gingen Forschende der TU Wien und aus den Sozialwissenschaften nun einen Schritt zurück.
„Wir haben bei Pflegekräften und zu pflegenden Personen nachgefragt, welche Rollen für Roboter und die Künstliche Intelligenz (KI) im Pflegekontext wünschenswert und sinnvoll sind“, beschrieb Reinhard Kletter von der TU Wien, was bisher geschah. Nun werden auf das Besprochene aufbauend Prototypen als neue Pflegehilfen entwickelt.
Bei den Befragungen zeigte sich etwa, dass für viele der gewünschten Anwendungsfälle ein Roboter mit einem Körper gar nicht nötig ist. So erhoffen sich die Pflegekräfte vor allem Unterstützung bei der Dokumentation. Dafür entwickelte Kletter bereits eine KI-Assistenzsoftware, die über ein Ansteckmikrofon, Aufnahmen und dem Erstellen von Pflegedokumentationen funktioniert. Die Software wird derzeit getestet und laufend verbessert. Ein Problem, das „klare Kommunikation und Transparenz“ verlange, sei die bloße Möglichkeit, dass die Technologie auch zur Überwachung genutzt werden kann, sagte der Forscher. Die Pflegetechnologie müsse auch mit pflegeethischen Werten im Einklang stehen.
Robotik kritisch hinterfragen
Eine Forschungskollegin Kletters, Laura Vogel, sagte, viele Wünsche würden ein grundsätzliches Spannungsverhältnis widerspiegeln, wie der nach einem Roboter, der gemeinsam mit zu pflegenden Personen kocht. „Pflege soll zeiteffizient sein, aber am besten auch ganzheitlich und personenzentriert – und ich denke nicht, dass sich dieser Zielkonflikt auflöst, wenn Maschinen die Arbeit in viele kleine automatisierte Schritte aufteilen.“ Bei der Frage, wie die Pflege der Zukunft aussehen soll, müsse man sowohl die Pflegerobotik als auch die KI kritisch hinterfragen.