INDUSTRIAL TECHNOLOGY
Kärntens Industrie auf der KI-Suche © Infineon

Strategisch Der Zug für wirtschaftlichen Erfolg mit Künstlicher Intelligenz (KI) ist noch lange nicht abgefahren; man muss „nur” auf die richtigen Nischen setzen.

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Strategisch Der Zug für wirtschaftlichen Erfolg mit Künstlicher Intelligenz (KI) ist noch lange nicht abgefahren; man muss „nur” auf die richtigen Nischen setzen.

Redaktion 01.03.2019

Kärntens Industrie auf der KI-Suche

Die Unternehmen sehen „überraschende Verbindungen von Künstlicher Intelligenz und dem Internet der Dinge”.

KLAGENFURT. Die „Gretchenfrage” kommt von Timo Springer, dem Präsidenten der IV Kärnten: „Ist Kärnten smart genug, um aus der Künstlichen Intelligenz (KI) Vorteile für den Standort zu generieren?”

Die Voraussetzungen sind viel besser, als man vermuten möchte, deutet Clemens Wasner (Gründer von AI Austria, einem unabhängigen Thinktank für KI), die Ergebnisse einer Accenture-Studie, die dem Bundesland wegen des ausgewogenen Verhältnisses zwi­schen Industrie und Dienstleistungen große Chancen einräumt, durch auf KI basierende Automatisierung erfolgreich zu sein.

Kärnten braucht „Ökosystem”

Es gehe um überraschende Verbindungen von KI und dem Internet der Dinge (IoT), sagt der gebürtige Lavanttaler Wasner.

Wien wolle mit KI zur lebens­werte(ste)n Stadt werden. Aber auch Kärnten müsse sich nicht verstecken, meint Wasner – es brauche allerdings einen Schulterschluss zwischen Wissenschaft und Wirtschaft, um das nötige Ökosystem dafür zu entwickeln. Kärntner Firmen haben dazu unterschiedliche Zugänge:
Christopher Müller von bitmovin liefert Branchengrößen wie Netflix ausgefeilte Technologien zur Komprimierung von Videoinhalten, damit diese beim Streamen Bandbreite sparen. Größtes Problem ist das Finden von geeigneten Fachkräften aufgrund des rasanten Wachstums.
Manuel Seiss von der Springer Maschinenfabrik sieht es in erster Linie als unternehmenskulturelles Thema, für Digitalisierung allgemein und KI im Besonderen die breite und offene Plattform zu schaffen, die vorhandene Potenziale freisetzt.
Auch er spricht den Fachkräftemangel an, betont gleichzeitig aber die Bedeutung von strategischen Partnern.
Für Stefan Rohringer von Infineon ist KI ein doppeltes Thema: Einerseits nutze man sie in der Entwicklung, um kostspielige und langwierige Tests zu reduzieren, andererseits arbeite man bei der Entwicklung neuer Produkte mit Partnern zusammen. Als Beispiel nennt er die Entwicklung von Lampen für Fahrzeuge, die ihre Umgebung erkennen und die Helligkeit danach anpassen.
Rohringer wünscht sich mehr Kooperationen schon mit den Schulen, um Direktoren, Lehrern und Eltern die Chancen, die in dieser Technologie liegen, klarzumachen – an der Uni sei es schon fast zu spät.
Christoph Knes schließlich lobt die gute Kooperation mit der Uni Klagenfurt, die allein im Bereich Informatik vier Professuren zur Verfügung stellt, die sich mit KI beschäftigen. Ebenso positiv sieht er die Zusammenarbeit mit dem Kärntner Wirtschaftsförderungsfonds. (pj)

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