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Nichts geht ohne das Smartphone © Panthermedia.net/Depositedhar
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Paul Christian Jezek 02.03.2018

Nichts geht ohne das Smartphone

Zwei Drittel der Österreicher können sich ein Leben ohne ihr Handy gar nicht mehr vorstellen.

••• Von Paul Christian Jezek

WIEN. „Worauf könnten Sie eine Woche lang ohne Probleme verzichten?”, wollte das Online Markt- und Meinungsforschungsinstitut Marketagent.com von den Landsleuten wissen. Während sehr viele problemlos Alkohol (84,8%), Sport (54,2%) oder Sex (53,9%) entsagen können, wurden zwei Dinge seltener genannt: Handy und Internet.

Nicht einmal jeder Fünfte könnte sich vorstellen, sieben Tage lang ohne sein Mobiltelefon und den Zugriff auf das WWW auszukommen. Damit liegen die beiden nicht unweit von der Familie entfernt, auf die rund 13% nicht verzichten möchten. (2013 behauptete übrigens noch ein Drittel der Befragten, problemlos eine Woche lang ohne Handy oder Internet auszukommen: 29,9 bzw. 32,1%.)
Bei genauerer Betrachtung unserer Smartphone-Gewohnheiten kommt diese persönliche Einschätzung kaum überraschend. Im Mittel dauert es nach dem Aufwachen gerade einmal zehn Minuten, bis wir das erste Mal unser Mobiltelefon zur Hand nehmen, bei den 14- bis 29-Jährigen sind es sogar nur drei Minuten.

24 Nachrichten pro Tag

Auch was die Anzahl versendeter Textmitteilungen betrifft, ist die Generation der Digital Natives mit mehr als 50 Nachrichten federführend.

Durchschnittlich teilen sich die Österreicher innerhalb eines Tages 24mal (!) via SMS, WhatsApp & Co mit und verschicken damit 14 (!) Nachrichten pro Tag mehr als noch 2013. Knapp vier von zehn können dies auch während des Autofahrens nicht lassen und haben bereits einmal am Steuer auf ihrem Handy getippt.
56,5% würden es daher als störend empfinden, wenn sie ihr Smartphone zu Hause vergessen und den ganzen Tag über nicht erreichbar wären. 63,3% geben an, sich ein Leben ohne Handy gar nicht mehr vorstellen zu können.
Und wie gehen wir mit der damit einhergehenden ständigen Erreichbarkeit um? „Gut ein Drittel gibt zu, manchmal überfordert zu sein”, erklärt Thomas Schwabl, Geschäftsführer von Marketagent.com. „Wir sehen, dass sich dieses Gefühl in den vergangenen Jahren verstärkt hat. 2013 war es erst ein Viertel der Befragten, das die permanente Erreichbarkeit als belastend empfunden hat.”
Rund sieben von zehn sehen die 24/7-Erreichbarkeit sogar für Krankheiten wie das Burnout-Syndrom verantwortlich (70,1%) und finden es wichtig, bewusst Pausen von der Smartphone-Nutzung einzulegen (78,0%). Rund 27% integrieren solche handy- und internetfreien Zeiten bereits in ihren Alltag, und für 57,3% wäre es vorstellbar, solche Zonen zukünftig einzubauen. „Offline-Sein” wird daher immer mehr buchstäblich als Luxusgut angesehen.

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