WIEN. Generationengerechtigkeit, eine stärkere Anerkennung von Leistung und Europa als Wohlstandsgarant: Diese drei Schwerpunkte stellte Eduard Fröschl, Bundesvorsitzender der Jungen Industrie in der Industriellenvereinigung, im Studiogespräch mit medianet-Herausgeber Chris Radda im medianet TV-Format „macro – Der Blick aufs Ganze“ in den Mittelpunkt.
Dabei ist die langfristige Absicherung des Pensionssystems ein zentrales Anliegen Fröschls: „Auch unsere Generation hat es verdient, irgendwann in Pension zu gehen und dabei finanziell abgesichert zu sein“. Gemeinsam mit Vertretern weiterer Jugendorganisationen und der Jungen Sozialpartnerschaft wolle die Junge Industrie parteiübergreifend Reformvorschläge erarbeiten.
Verschiedene Anliegen
Kritik übte Fröschl am Steuersystem. Dieses benachteilige Vollzeitarbeit und belaste Überstunden besonders stark. Wer mehr Stunden leisten wolle, müsse davon auch finanziell profitieren. „Es muss sich wieder auszahlen, mehr zu arbeiten und mehr Leistung zu erbringen.“ Bei einer Abgabenquote von rund 56% sei Österreich bereits „Einnahmenkaiser“. Zusätzliche Steuern lehne er daher ab; notwendig seien Reformen auf der Ausgabenseite.
Beim Bürokratieabbau sieht Fröschl vor allem in der Digitalisierung Potenzial. Klare Gesetze sollten eingehalten und Verstöße sanktioniert werden – eine permanente Dokumentation der Gesetzestreue sei jedoch vielfach entbehrlich. Für die öffentliche Verwaltung fordert er einheitliche IT-Systeme, Schnittstellen und Datenbanken. Österreich müsse als kleines Land „schnell und agil werden, um wieder ein Hidden Champion zu sein“, fasste Fröschl zusammen. Dafür brauche es Reformbereitschaft und einen stärkeren Blick auf jene Generationen, die den Wohlstand künftig erwirtschaften und finanzieren sollen. (hk)
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