Akademie zeichnet Essays zum Einfluss von KI auf die Wissenschaft aus
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MARKETING & MEDIA Redaktion 29.07.2026

Akademie zeichnet Essays zum Einfluss von KI auf die Wissenschaft aus

"Wie verändert Künstliche Intelligenz Ihr wissenschaftliches Fach?" fragte die ÖAW in ihrer diesjährigen Preisfrage - 170 Einreichungen - Texte von Forschenden der Uni Graz siegreich.

WIEN. Die Akademie der Wissenschaften (ÖAW) prämiert vier Essays, die ihre diesjährige Preisfrage nach dem Einfluss von Künstlicher Intelligenz auf die Wissenschaft beantworten. Eine Jury wählte aus 170 Einreichungen einen Text von Christian C. Gruber (Innophore GmbH) und Mario Müller (Uni Graz) an die erste Stelle. Dahinter folgen Zsófia Turóczy (Uni Graz) sowie ex aequo Kulturhistoriker Christoph Gleich und ÖAW-Forscher Claudius Krause, teilte die ÖAW mit.

Die hohe Resonanz auf die Preisfrage zeige, "dass wir mit dem Thema einen Nerv getroffen haben. KI verändert Wissenschaft und Forschung in vielen Bereichen massiv", so ÖAW-Präsident Heinz Faßmann in einer Aussendung. Insgesamt beträgt das Preisgeld 16.000 Euro. Der Siegerbeitrag ist mit 8.000 Euro dotiert, für den zweiten und dritten Platz gibt es 6.000 bzw. je 1.000 Euro.

Naturgesetze in KI-Modelle einbauen
Das Autoren-Duo Christian C. Gruber und Mario Müller beschreibt, wie KI-Systeme wie AlphaFold die Strukturbiologie von einer beobachtenden in eine "vorhersagende und gestaltende Disziplin" verwandeln. Für die mit einer Google-Suche für Enzyme vergleichbaren Vorgänge brauche es aber eine "Physics-based AI", die Naturgesetze fest in die Modelle einbaut, da sonst eine "Blackbox-Wissenschaft" ohne echtes Verständnis der Biochemie drohe.

Die zweitplatzierte Zsófia Turóczy, Historikerin am Institut für Geschichte der Universität Graz, zeigt unter anderem, wie leicht sich täuschend echte historische Quellen erzeugen lassen - und wie brisant das für politisch umkämpfte Archive ist. Christoph Gleich, freier Journalist, Radiomacher und Kulturhistoriker in Wien, argumentiert, dass KI nicht als Kontrollinstanz, sondern als "Produktionsbeschleuniger" eingesetzt werde - eine Entwicklung hin zu reinem Output. Claudius Krause vom Marietta-Blau-Institut für Teilchenphysik der ÖAW wiederum kann maschinellem Lernen, das die Theorie nicht ersetzt, sondern Theorie und Daten enger verknüpft habe, Positives abgewinnen. (APA)

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