WIEN. Laut Focus-Werbeanalyse 2025 ist Print trotz eines Rückgangs von 5,6% nach wie vor der größte Werbemarkt. „Online wächst, aber auch Direct Marketing hat im Vorjahr ein Plus erzielt. Wir sehen durchaus, dass Unternehmen ein verstärktes Augenmerk auf Print legen und Kulturbetriebe wie die Salzburger Festspiele oder das Belvedere ihre Kataloge sogar als Kunstwerke und Sammlerstücke inszenieren“, erklärt Peter Sodoma, Geschäftsführer des Verbandes Druck Medien Österreich.
Ob und wie deutlich sich das in der Bilanz der österreichischen Druckbranche für 2025 widerspiegelt, ist noch offen. Sodoma will dem Ergebnis, das erst im Juni präsentiert wird, nicht vorgreifen, sieht aber durchaus Anzeichen für Besserung „Die Stimmung in der Druckbranche ist auf jeden Fall besser als vor einem Jahr.“
Fachkräftenachwuchs
Es sind vor allem zwei Themenbereiche, auf die sich der Verband in seiner Imagearbeit konzentriert.
Mit der Aktionswoche der offenen Druckereien, die heuer bereits zum fünften Mal stattfindet, soll das Interesse junger Menschen an einem Beruf in der Druck- und Medienbranche geweckt werden. Und das funktioniert sehr gut.
„Die teilnehmenden Druckereien berichten, dass sie oft direkt nach der Aktionswoche Anfragen für eine Schnupperlehre erhalten und dass sie mehr bzw. bessere Bewerbungen für Lehrstellen bekommen“, erzählt Sodoma. Die Zahl der Lehrlinge in der Druck- und Medienbranche habe sich in den vergangenen vier Jahren relativ konstant entwickelt. 2025 seien 166 Lehrlinge in Druckereien beschäftigt gewesen – ein Plus von drei Prozent gegenüber 2023. Sodoma: „Positiv ist zudem, dass wir durch die Aktionswoche Druckereien motivieren konnten, weiter in Lehrlingsausbildung zu investieren.“
Druckvorstufentechniker, Medienfachfrau bzw. Medienfachmann und Drucktechniker im Verpackungsdruck sind bei den Jugendlichen besonders beliebt. „Erstere, weil diese Berufsbilder besonders digital und kreativ sind, letztere, weil Verpackungen sehr komplex und spannend sind. Verpackungsdruck, wozu auch Etiketten und Displaybau zählen, ist zudem ein Wachstumsmarkt “, sagt Sodoma.
Öko-Aspekte
Neben dem Fachkräftenachwuchs steht für den Verband Druck Medien das Thema Nachhaltigkeit im Fokus. Man will mit dem hartnäckigen Vorurteil, dass Online „grüner“ als Print sei, aufräumen und kann das mit einer Studie des Öko-Instituts Freiburg, das Printwerbung mit digitalen Äquivalenten verglichen hat, schwarz auf weiß belegen.
„Wir sind mit der Ökobilanz-Studie, in einen intensiven Dialog mit Unternehmen, Verbänden und Agenturen getreten und auf großes Interesse an den Ergebnissen gestoßen. Wir haben definitiv eine Diskussion über die Nachhaltigkeit von Print- und Online-Werbung angestoßen und gezeigt, dass Print in vielen Fällen einen kleineren CO2-Fußabdruck hat als Online. Wer nachhaltig kommunizieren und werben möchte, kann in beiden Welten optimieren. Mit einem guten Werbemix lässt sich das Beste für die Kunden und die Umwelt herausholen.“
Um die Ergebnisse der Studie weiter bekannt zu machen, ist eine Kampagne geplant, die noch im 1. Quartal starten soll.
„Nachhaltigkeit kann ein wesentlicher Faktor sein und wird zunehmend genutzt, um die beste Druckerei zu finden, nicht die günstigste. Wir haben dazu im Vorjahr in Kooperation mit dem Fachverband Druck und den Vergaberechtsspezialist:innen von PHH einen Leitfaden für öffentliche Auftraggeber entwickelt. Dieser gibt eine gute Handlungsempfehlung, wie kurze Transportwege, CO2-Emissionen oder Umweltzertifikate objektiviert und damit als Entscheidungskriterien genutzt werden können.“ (red)
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