„Bier Guide 2026“ zeichnet Österreichs Bierkultur aus
© Menzel
RETAIL Redaktion 06.05.2026

„Bier Guide 2026“ zeichnet Österreichs Bierkultur aus

WIEN. Die heimische Bierszene zeigt sich weiterhin dynamisch: In der 27. Ausgabe des „Bier Guide“ dokumentiert Autor Conrad Seidl erneut die Entwicklung der Branche und stellt rund 1.100 bieraffine Gastronomiebetriebe vor. Neben zahlreichen Neueröffnungen hebt die Publikation auch aktuelle Trends und Innovationen hervor – von klassischen Bierstilen bis zu experimentellen Varianten.

„Österreich hat beim Bier eine Vielfalt zu bieten, die weltweit einzigartig ist – das reicht vom schön gezapften Krügel Märzenbier im bodenständigen Gasthaus bis zu exklusiven Angeboten wie mit Sekthefe vergorenen Aperitivbieren. Neben international ausgerichteten Pubs erlebt auch der Lokaltypus der Bierschwemme eine Renaissance. Neben klassischen Bockbieren findet man ein ganz exotisches Ice Cream Sour Ale, das Bierfreunde wohl an die Grenzen ihres Verständnisses dafür bringt, was man eigentlich unter einem Bier versteht“, erläutert Bierpapst Conrad Seidl.

Ein besonderer Fokus liegt heuer auf Lokalen mit breitem Biersortiment. Genannt werden unter anderem Betriebe, die ihr Angebot über klassische Marken hinaus erweitern oder mit Importen und neuen Konzepten arbeiten. Gleichzeitig wird die Rolle der Gastronomie als zentraler Ort der Bierkultur betont.

Gastronomie unter Druck
Trotz Innovationskraft steht die Branche wirtschaftlich vor Herausforderungen. Laut Seidl ist der Fassbierabsatz rückläufig – 2025 etwa um vier Prozent, langfristig hat sich der Konsum deutlich reduziert.

Der Bierpapst sieht dabei auch Preisstrukturen kritisch: „in der Gastronomie geht vielen Betrieben die Luft aus: Wer sich daran gewöhnt hat, im Supermarkt für eine Kiste Markenbier in Aktion weniger als 15 Euro hinzulegen, tut sich schwer damit, dass er für dasselbe Geld in der Gastronomie nicht einmal drei Krügel Bier bekommen kann. Wenn die Brauereien die bierorientierte Gastronomie tatsächlich unterstützen wollen, dann müssten sie gerade dort eine Bierpreisbremse einsetzen. Wenn Bier im Supermarkt verschleudert wird, schadet das der Bierkultur“, sagt der Bierpapst.

Alkoholfreie Biere sieht Seidl als Ergänzung, jedoch nicht als Ersatz für die etablierte Bierkultur: „Was bleibt, ist die Pflege der traditionellen Bierkultur. Das Lob der innovativen Bierbars. Die Empfehlung jener Wirte, die sich um die Bierpflege bemühen. Und der Brauer, die uns die Biervielfalt liefern, die unsere Bierkultur ausmacht. Ja, diese Biere enthalten zumeist Alkohol – manche sogar ziemlich viel davon. Gut so! Dazu kann, ja: dazu muss man als Bierfreund stehen!“

Der „Bier Guide 2026“ umfasst rund 420 Seiten und versteht sich als Überblick über die heimische Bierlandschaft – inklusive neuer Produkte, Brauereien sowie Ab-Hof-Angeboten. Ergänzend dazu sind Lokaltipps auch online und per App abrufbar. (red)

BEWERTEN SIE DIESEN ARTIKEL

TEILEN SIE DIESEN ARTIKEL