WIEN. Während zahlreiche Unternehmen KI vor allem für einzelne Aufgaben einsetzen, verfolgt die P8 Marketing GmbH einen umfassenderen Ansatz. Das erklärt Gründer und CEO Georg Hofherr im medianet.tv-Format „agency Log“.
Die Agentur, die sich laut Hofherr vom klassischen PR-Geschäft zu einer Marketinggesellschaft entwickelt hat, versteht KI nicht als Werkzeug für einzelne Texte oder Bilder, sondern als Bestandteil eines durchgängigen Marketing- und Vertriebsprozesses.
Herzstück dieser Entwicklung ist die Plattform AI8, die nach mehrjähriger Entwicklung nun im Echtbetrieb läuft. „Sie ist live. Das ist das Wichtigste. Die Plattform existiert und wird verwendet“, so Hofherr. Ausgangspunkt sei die Beobachtung gewesen, dass Unternehmen zwar zahlreiche KI-Tools nutzen, diese jedoch häufig losgelöst von bestehenden Abläufen arbeiten.
„Aber KI muss in den Arbeitsprozess integriert werden.“ AI8 hingegen bildet Marketing als zusammenhängenden Prozess ab: von Strategie und Konzeption über Content-Produktion und Distribution bis zur Freigabe und Erfolgsmessung.
Grundlage dafür sei ein individuelles Governance-Modell, in dem Unternehmensstrategie, Markenwerte, Zielgruppen und Produktinformationen hinterlegt werden.
KI kein Ersatz für Menschen
Für Hofherr liegt darin ein zentraler Unterschied zu herkömmlichen Anwendungen: „Dadurch werden die Inhalte, die entwickelt werden, besser und sind nicht generisch, sondern kundenspezifisch.“ KI werde dabei ausdrücklich nicht als Ersatz für Menschen verstanden. Stattdessen setzt P8 auf das Prinzip „EITL – also expert in the loop“, meint Hofherr. Experten prüfen und optimieren Inhalte, definieren Referenztexte und verbessern damit laufend die Qualität der Ergebnisse.
„Es ist eine Verbindung zwischen Technologie und Experten im Unternehmen“, so Hofherr. Gleichzeitig soll die Lösung Transparenz schaffen. „Wir können den Output messen, wir können die Wirkung messen.“ Über Dashboards lassen sich Aktivitäten und Ergebnisse nachvollziehen. „Es ist keine Black Box mehr, es ist eine Wirkungsbox“, betont Hofherr.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Standardisierung wiederkehrender Aufgaben. Freigaben, Abstimmungen und andere Routinen werden strukturiert abgebildet. Ziel sei laut dem P8-Geschäftsführer nicht Personalabbau, sondern mehr Freiraum für kreative Arbeit. „Wenn einfache, repetierbare Arbeitsprozesse durch KI erfüllt werden, kann sich der Mensch um das kümmern, was den Menschen ausmacht.“
Wie flexibel der Ansatz angelegt ist, zeigt ein eigenes Produkt für die Hotellerie. Unter dem Namen „Lucy“ bietet P8 einen „Social Media Concierge für Hotelleriebetriebe“ an, der Redaktionspläne erstellt, Inhalte generiert und Veröffentlichungen vorbereitet.
Der Nutzen ist entscheidend
Mit Blick auf die Zukunft gewinnt zudem die Auffindbarkeit von Inhalten in KI-basierten Suchsystemen an Bedeutung. „Die KI- und GEO-Readiness ist in der AI8-Plattform gegeben“, sagt Hofherr. Inhalte würden so aufbereitet, dass sie von KI-Systemen besser verarbeitet und damit auch besser gefunden werden können.
Trotz aller technologischen Möglichkeiten bleibt seine Sicht auf KI pragmatisch: „Es ist ein Datenmodell und es ist ein Rechenmodell und wir setzen es einfach für die Arbeit ein.“ Entscheidend sei nicht die Technologie selbst, sondern ihr konkreter Nutzen.
Das gesamte Interview sehen sie auf: tv.medianet.at