WIEN. Eine aktuelle Studie zum Bewegtbildkonsum im Vereinigten Königreich liefert Einblicke in Nutzungsverhalten und Werbewahrnehmung. Die Untersuchung „TV Now and Next“ wurde von Thinkbox durchgeführt und von Screenforce zusammengefasst. Demnach habe der Konsum von Bewegtbildinhalten in den vergangenen zehn Jahren insgesamt zugenommen, wobei Broadcaster-Angebote weiterhin den größten Anteil ausmachen.
Entwicklung der Nutzung
Mit durchschnittlich 4:54 Stunden täglich verbringen Menschen im Vereinigten Königreich rund 20 Prozent ihres Tages mit Bewegtbildinhalten. Laut Studie entfallen 55 Prozent dieser Zeit auf Broadcaster-Angebote, während etwa 21 Prozent auf YouTube zurückgehen. Screenforce Österreich hält fest, es komme zu einer Verschiebung innerhalb der Broadcaster-Nutzung: Die lineare Nutzung sei zwischen 2023 und 2025 um zehn Prozent gesunken, während nonlineare Angebote um elf Prozent zulegen. TikTok verliere im selben Zeitraum drei Prozent der Nutzungszeit. Der Fernseher bleibe mit 84 Prozent das dominierende Endgerät.
Die Wahrheit über Youtube
Die tägliche Nutzungsdauer von Broadcaster-Inhalten liege bei 184 Millionen Stunden, während YouTube auf 57 Millionen Stunden komme. Um eine vergleichbare tägliche Reichweite zu erzielen, benötige YouTube laut Studie einen Monat. Inhalte auf YouTube seien zudem stark fragmentiert und reichten von Kochanleitungen über Gaming bis hin zu Podcasts. Ein Großteil der Nutzung entfalle auf Musik. 75 Prozent der Nutzer verwenden YouTube im Schnitt nur sechs Minuten täglich.
Werbewahrnehmung und Wirkung
Die Untersuchung zeigt, dass Werbespots auf YouTube häufig nicht vollständig angesehen werden. Im Durchschnitt werde nur etwa die Hälfte der Spots bis zum Ende gesehen, wobei längere Formate häufiger übersprungen würden. Insgesamt seien Menschen täglich 16:38 Minuten mit Werbung konfrontiert. 85 Prozent dieser Zeit entfielen auf klassisches TV, während YouTube auf zwölf Prozent komme.
In der Zielgruppe der 16- bis 34-Jährigen erreiche Total Video laut Studie 48 Prozent der täglichen Werbezeit, vor YouTube mit 33 Prozent und TikTok mit 14 Prozent. Zudem sei Total Video für 54,7 Prozent des Return on Invest verantwortlich. Andere Kanäle wie Print, Online Video oder Audio lägen im mittleren einstelligen Prozentbereich.
Vertrauen in Werbeumfelder
Die Studie verweist zudem auf ein hohes Vertrauen in Fernsehwerbung über alle Altersgruppen hinweg. Gleichzeitig sei das Misstrauen gegenüber Werbung in sozialen Medien oder durch Influencer ausgeprägt. Als Gründe werden das kuratierte Umfeld, professionelle Inhalte sowie klare rechtliche Rahmenbedingungen und unabhängige Messsysteme genannt.
Die vollständige Studie sowie ergänzende Materialien sind online verfügbar. (red)
