Sind Sie schon divers ...
© Miriam Mehlman
Diversität trägt enorm zum Unternehmenserfolg bei, schreibt Co-Pilotin ­Beatrix Czipetits.
MARKETING & MEDIA Redaktion 28.04.2026

Sind Sie schon divers ...

… oder spülen Sie noch? Beatrix Czipetits, Sparringpartnerin für CEOs, über Diversity Management als Erfolgsfaktor jenseits von Symbolpolitik.

Gastkommentar  ••• Von Beatrix Czipetits

WIEN. Wollen Unternehmen innovativ und schlagkräftig sein, müssen sie Diversität als tiefgreifenden Managementprozess begreifen. Wien hat sich längst für den Eurovision Song Contest hergerichtet. Für das Event, das wie kaum ein anderes für Diversität steht, gibt man sich besonders weltoffen und aufgeschlossen. Glaubwürdig ist das, weil die Stadt ihr Diversitätskonzept seit vielen Jahren auf allen Ebenen durchsetzt. Neben dem Megaevent scharrt auch der Pride Month bereits in den Startlöchern und verspricht im Juni viele bunte Kampagnen und eine Flut an Unternehmens-Regenbogenlogos. Aber Diversität ist weit mehr als ein zweckmäßiger Weichspüler. Wer ihr wirtschaftliches Potenzial ausschöpfen will, nutzt Diversity Management als steuer- und messbares Managementtool, das Menschen in ihrer Vielfalt begreift, fördert und abholt.

Diversität braucht Struktur
Die meisten Unternehmen lösen Herausforderungen mit einer analytischen und strukturierten Handlungsweise. Diversity Management wird häufig aber immer noch als reines Marketinginstrument verstanden. Zu oft wird Diversität auf Aktivitäten im Pride Month reduziert.  Dabei beinhaltet das Vielfaltsmanagement viel mehr: der Fachkräftemangel, demographische Entwicklungen und die neue Haltung der jungen Generation machen ein Umdenken auf dem Arbeitsmarkt notwendig. Unternehmen, die reüssieren wollen, müssen individuell auf Mitarbeitende und Kundinnen- und Kundenbedürfnisse eingehen und die unterschiedlichen Akteurinnen und Akteure zielgerichtet adressieren.

Innovationen, die vom Markt angenommen werden, können heute nur mit einem gesteuerten Diversitätsmanagement entwickelt werden. Zudem bestätigen Studien, dass Diversität enorm zum Unternehmenserfolg beiträgt. So zeigt eine internationale Analyse von McKinsey, dass Unternehmen mit hoher Gender-Diversität eine 25 Prozent höhere Wahrscheinlichkeit haben, überdurchschnittlich profitabel zu sein.

Eine Managementaufgabe
Die Unterschiedlichkeit der Menschen hat für Unternehmen viele Vorteile. Verschiedene Meinungen bergen großes Potenzial für innovative Ideen und Lösungen. Aber eben nur dann, wenn Diversität nicht nur vorhanden, sondern auch gut gemanagt ist und ihre Vorteile zielgerichtet genutzt werden. Wer also auf den Song Contest setzt oder seine Marke im Juni ins Regenbogenlicht stellt, ist gut beraten, den Diversitätsprozess tief im Unternehmen zu verankern. Ratsam sind dabei vor allem drei Aspekte: Erstens, Mitarbeitende aller Ebenen in das Diversity Management involvieren und sie so zu Beteiligten machen. Das schafft Akzeptanz. Zweitens: einen Maßnahmenfahrplan erarbeiten. Ein strukturiertes Vorgehen mit klaren Verantwortlichkeiten schafft eingespielte Routinen. Und drittens: dranbleiben. Unternehmenskultur gestalten braucht einen langen Atem, zahlt sich jedoch aus. In Zeiten des Fachkräftemangels zeigt sich dann, welche Unternehmen ihre Hausaufgaben gemacht und auch bei Bewerberinnen und Bewerbern die Nase vorn haben.

Beatrix Czipetits berät als „Co-Pilotin“ CEOs unter anderem beim Diversity Management.

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