WIEN. Mit „Her mit Leer II“ startet eine bundesweite Informationskampagne zur sicheren Entsorgung von Lithium-Akkus. Hintergrund sind steigende Brandrisiken in der Abfallwirtschaft: 2025 wurden in heimischen Entsorgungsbetrieben rund 36 schwere Brände registriert, die teilweise auf falsch entsorgte Batterien zurückgeführt werden. Trotz einer Sammelquote von 53 Prozent landen weiterhin Millionen Lithium-Akkus im Restmüll. Diese seien in vielen Alltagsgeräten verbaut und würden häufig nicht als solche erkannt. Ziel der Kampagne ist es, das Bewusstsein für die richtige Entsorgung zu erhöhen und die Rückgabequote weiter zu steigern.
Die Initiative wird von der Elektroaltgeräte Koordinierungsstelle (EAK) gemeinsam mit dem Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft (BMLUK), der Wirtschaftskammer Österreich (WKO) sowie dem Gemeindebund getragen.
„Hermit“ und „Li-Zifer“
Die Kampagne baut auf der ersten Phase von 2021 bis 2024 auf und wird mit April 2026 über mehrere Kanäle ausgespielt, darunter Radio, TV, Out-of-Home sowie digitale Formate. Flankierend dazu dient die Landingpage hermitleer.at als zentrale Informationsplattform. Hier finden Konsumentinnen und Konsumenten in sieben Sprachen Tipps zur Handhabung, Entsorgungshinweise sowie den Sammelstellenfinder.
Zentrale Botschaft ist eine Verhaltensänderung im Umgang mit Batterien, unterstrichen von dem begleitenden Slogan „Sei kein Zündler“. Visualisiert wird dies durch die Figuren „Hermit“ und „Li-Zifer“, die den Unterschied zwischen korrekter und falscher Entsorgung darstellen.
„Jeder einzelne Beitrag zählt“
„Mit ‚Her mit Leer II‘ wollen wir die Bevölkerung umfassend aufklären und motivieren. Jeder einzelne Beitrag zählt, um die akute Brandgefahr durch Fehlwürfe, etwa von E-Zigaretten im Restmüll, zu bannen. Mein persönliches Anliegen ist es, das Bewusstsein so zu schärfen, dass Österreich bei der Sammelquote nicht nur zum EU-Schnitt aufschließt, sondern eine Vorreiterrolle in der sicheren Kreislaufwirtschaft einnimmt“, erklärt Norbert Totschnig, Bundesminister für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft.
Gemeindebund-Präsident Johannes Pressl warnt vor zunehmenden Belastungen für die kommunale Entsorgungsinfrastruktur durch Fehlwürfe. „Ich bitte alle inständig, Batterien gesondert zu entsorgen. Denn fast täglich brennt es irgendwo in einer Müllentsorgungsanlage, weil sich Batterien durch mechanische Beschädigungen im Zuge einer Behandlungsanlage entzündet haben“, so Pressl.
Vor dem Hintergrund neuer EU-Vorgaben soll die Sammelquote bis 2031 weiter steigen. Die Kampagne soll dazu beitragen, Risiken zu reduzieren und Rohstoffe im Kreislauf zu halten. Weitere Informationen finden Sie unter https://hermitleer.at/. (red)
