•• Von Dinko Fejzuli
Die RTL AdAlliance stellt ihre Vertriebsstruktur neu auf und bündelt nationale wie internationale Aktivitäten in einer Integrated Sales Unit. Im Zentrum steht die Total-Video-Strategie – von linearem TV über Addressable TV bis zu CTV und Online Video. Dazu haben wir mit Elisabeth Frank, RTL AdAlliance Managing Director, und Ricarda Lederle, die als Multichannel Sales Director die Gesamtverantwortung für die Sales Unit übernimmt, über strategische Auslöser, technologische Voraussetzungen und die Bedeutung der internationalen Bündelung für österreichische Werbekunden gesprochen.
medianet: Frau Frank, Sie bündeln künftig nationale und internationale Vermarktung in einer Integrated Sales Unit. Was war der strategische Auslöser für diese Neuausrichtung?
Elisabeth Frank: Klare Auslöser sind die beschleunigte Verlagerung von linearer Fernsehnutzung hin zum Streaming sowie die zunehmende Marktdominanz von Big Tech, die mit Ende 2025 86 Prozent aller Werbeerlöse in Österreich auf sich vereinen. Sie arbeiten integriert sowie datengetrieben und genauso erwarten es heute auch unsere Kunden. Deshalb bieten wir jetzt als RTL AdAlliance Werbetreibenden eine skalierbare und vor allem qualitativ hochwertige Alternative zu diesen Tech-Plattformen. Entscheidend ist, wir haben Zugriff auf Premium-Inhalte und bündeln für unsere Kunden Werbeinventare führender europäischer Medienmarken – von linearem TV über AddTV, CTV und OLV – in markensicheren Umfeldern. Gerade Streamingplattformen, wie RTL+ erreichen immer mehr Nutzer und Nutzerinnen.
medianet: Wie entsteht dieser Vorteil für Kunden?
Frank: Indem wir nationale und internationale Strukturen konsequent zusammenführen, verfügen wir über eine bisher unbekannte Stärke im Markt. Mit der Integrated Sales Unit bündeln wir unsere Kompetenzen und reagieren proaktiv auf die veränderten Bedürfnisse unserer Kunden.
medianet: Total Video steht im Zentrum Ihrer Positionierung. Wie definieren Sie Total Video konkret – und was unterscheidet Ihren Ansatz von klassischen Bewegtbild-Angeboten?
Frank: Total Video ist unsere Definition von Fernsehen, die Konsumenten dort abholt, wo sie Bewegtbild konsumieren. Werbung lässt sich aussagekräftiger beurteilen, wenn sie nach ihrem Nutzen für Werbetreibende bewertet wird, etwa nach Reichweite, Engagement und Wirkung. Dieser Ansatz betont, welche Rolle jeder einzelne Werbekanal für das Wachstum von Unternehmen spielt.
medianet: Welche strukturellen oder technologischen Voraussetzungen mussten geschaffen werden, um lineares TV, Addressable TV, CTV und Online Video tatsächlich integriert anbieten zu können?
Ricarda Lederle: Das Zusammenspiel von digitaler Technologie und unserer neu aufgestellten Sales-Struktur ist der Schlüssel zu einem wirklich integrierten Angebot. Technologisch bildet der HbbTV-Standard die Grundlage für Addressable TV (AddTV), denn nur hier greift Dynamic Ad Insertion zielgerichtet und in Echtzeit.
Gleichzeitig haben wir leistungsfähige Adserver- und Programmatic-Strukturen etabliert, die das verfügbare TV-Inventar automatisiert und effizient buchbar machen. Mit einer einheitlichen Daten- und Targeting-Infrastruktur sprechen wir Audiences kanalübergreifend sehr präzise an. Unsere standardisierten Mess- und Reporting-Systeme sorgen dabei für transparente Cross-Media-Reichweiten und vergleichbare KPIs. Dafür mussten wir auch organisatorisch die Weichen neu stellen: Wir haben Vermarktungslogiken zusammengeführt, TV- und Digital-Teams verzahnt und integrierte Preis- und Buchungsmodelle entwickelt. So verbinden wir die klassische Reichweitenlogik des linearen TVs mit datengetriebener, zielgruppenbasierter Planung – und schaffen ein konvergentes Total Video-Angebot.
medianet: Was ändert sich für österreichische Kunden konkret durch die internationale Bündelung – operativ wie strategisch?
Lederle: Für Kunden, die international werben wollen, wird es vor allem einfacher und schneller. Operativ heißt das eine zentrale Buchung mit harmonisierten Abläufen und Kampagnen, die sich über mehrere Märkte
