••• Von Alexander Haide
Die großen Autokonzerne stehen unter Druck: Der Gewinn der 19 weltweit führenden Hersteller ist 2025 laut Analyse von EY um 59% eingebrochen – von 143 auf 59 Mrd. €. Gleichzeitig fiel die durchschnittliche Gewinnmarge auf 2,8% und damit auf den niedrigsten Stand seit mehr als zehn Jahren. Vier Unternehmen rutschten sogar in die Verlustzone.
Im Ranking der profitabelsten Autokonzerne der Welt lagen im vergangenen Jahr mit Suzuki und Toyota zwei japanische Unternehmen mit Margen von 9,7 bzw. 8,5% vorn. Es folgen Kia (8,0%) und BMW (7,6%). Die Durchschnittsmarge der analysierten Unternehmen schrumpfte von 6,7 auf 2,8%. Selbst im Pandemie-Jahr 2020 lag sie mit 3,9% höher. Auslöser ist vor allem die Neubewertung der Elektromobilität. Zahlreiche Hersteller korrigieren ihre Strategien nach unten und nehmen milliardenschwere Abschreibungen vor. Insgesamt summieren sich diese auf rund 60 Mrd. €.
Hohe Wertberichtigungen
Betroffen sind unter anderem Investitionen in Batteriefabriken, Entwicklungsprojekte und Modellreihen. Konzerne wie Ford, Stellantis oder Honda haben bereits hohe Wertberichtigungen angekündigt, auch europäische Hersteller sind betroffen. „Die Branche befindet sich in einer äußerst angespannten Lage“, sagt Axel Preiss, Industrials-Leiter bei EY Österreich. In den vergangenen Jahren seien Investitionen vielfach auf zu optimistischen Annahmen über Wachstum und Nachfrage nach Elektroautos gestützt worden. Tatsächlich bleibe die Nachfrage, insbesondere in Europa und den USA, hinter den Erwartungen zurück. Die aktuellen Abschreibungen seien daher weniger eine Abkehr von der Elektromobilität als vielmehr eine Anpassung der Strategie.
Leichtes Plus beim Umsatz
Während die Gewinne einbrechen, zeigt sich der Umsatz mit einem leichten Plus von 0,6%t stabil. Allerdings entwickeln sich die Regionen unterschiedlich: Deutsche Hersteller verlieren sowohl beim Absatz als auch beim Umsatz, vor allem aufgrund schwacher Geschäfte in China. Dort verzeichneten sie ein Absatzminus von elf Prozent. Demgegenüber konnten chinesische Anbieter wie BYD, Geely oder Great Wall Motors Umsatz und Absatz deutlich steigern – wenn auch bei sinkender Profitabilität.
Aufwind im ersten Quartal ’26
Zusätzliche Belastungen entstehen durch geopolitische Risiken, hohe Energiepreise und Handelskonflikte, insbesondere durch US-Zölle. Einige Hersteller melden allerdings inzwischen erfreuliche Zahlen für Q1/2026: Die Mitsubishi Electric Corp etwa meldete ein Umsatzplus von acht Prozent auf 10,5 Mrd. €, der operative Gewinn stieg um 12%. Auch Stellantis ist nach einem historisch schwierigen Jahr im ersten Quartal 2026 wieder in die Gewinnzone zurückgekehrt. Ein entscheidender Treiber für diese Trendwende ist die strategische Partnerschaft mit dem chinesischen Elektrowagen-Start-up Leapmotor.
