WIEN. Die ORF-Belegschaftsinitiative #mituns hat in diesen Tagen allen 35 Stiftungsrätinnen und -räten sogenannten „Hilfspaketen“ zugeschickt. Im Zentrum der Sendung steht ein eigens zusammengestelltes Nachschlagewerk, das zentrale Passagen aus den rechtlichen Grundlagen für eine unabhängige Wahl der ORF-Generaldirektion übersichtlich aufbereitet.
Ergänzt wird das Paket durch einen Kugelschreiber in „politisch unverfänglicher Farbe“ sowie einen „Geistesblitz“-Tee. Nach Angaben der Initiative soll die Zusammenstellung eine „freundliche, aber unmissverständliche Erinnerung“ an die Bedeutung einer unabhängigen Entscheidung sein.
Konkret richtet sich der Appell an die Stiftungsräte, sich bei der Wahl am 11. Juni ausschließlich an der fachlichen Eignung der Bewerberinnen und Bewerber zu orientieren und sich von politischen Erwartungen ihrer jeweiligen Entsender zu emanzipieren. Die Initiative verweist dabei auf die gesetzlich vorgesehene Weisungsfreiheit des Gremiums.
Die rund 35 Mitglieder des Stiftungsrats werden von Bundesregierung, Parlamentsparteien, Bundesländern, dem ORF-Publikumsrat sowie dem ORF-Zentralbetriebsrat entsendet. Abgesehen von wenigen Ausnahmen sind sie in parteipolitischen „Freundeskreisen“ organisiert, in denen ÖVP- und SPÖ-nahe Vertreter derzeit die Mehrheit stellen.
Unter den Bewerberinnen und Bewerbern für die ORF-Generaldirektion finden sich etwa APA-CEO Clemens Pig, der frühere ProSiebenSat.1Puls4-Geschäftsführer Markus Breitenecker, Ex-HBO-MAX-Manager Johannes Larcher, ORF-TV-Magazinchefin Lisa Totzauer und ORF III-Geschäftsführerin Kathrin Zierhut-Kunz. (APA)