AMSTETTEN. „Der Wohnungsmarkt hat sich 2025 in den meisten Regionen erfreulich entwickelt. Das Angebot war gut, die Nachfrage stärker als in den Jahren davor und die Preise haben nur leicht angezogen“, erläutert Bernhard Reikersdorfer, Managing Director von Re/Max Austria. „Der positive Trend setzte sich auch in den ersten Monaten des Jahres 2026 fort. Aktuell sehen wir zwei Herausforderungen auf uns zukommen: Der Nahostkonflikt und damit zusammenhängend die steigende Inflation und Entwicklung der Zinsen sowie die Auswirkungen der zu geringen Neubautätigkeit der vergangenen drei Jahre. Deswegen ist Ende 2026, Anfang 2027 mit einer Angebotsverknappung zu rechnen und diese kann in weiterer Folge zu spürbar steigenden Preisen führen.“
Wachstum auf Trendwende
Es geht also seit 2025 wieder bergauf, nachdem der Wohnungsmarkt von 50.472 (2022) auf 36.653 Einheiten 2023 eingebrochen ist. Mit 33.333 Verkäufen wurde 2024 der Rückgang verringert, im zweiten Halbjahr 2024 die Trendwende vollzogen und eine Wachstumsphase eingeläutet. 2025 wurden 40.576 Wohnungen für neue Eigentümer verbüchert. Das sind um +7.243 mehr als 2024, aber gleichzeitig noch immer um –6.243 weniger als der Zehnjahresschnitt.
Die RREFIX-Preisprognose für 2025, erhoben im November/Dezember 2024, lautete, so Reikersdorfer, +6% mehr Nachfrage und +4,6% mehr Angebot bei +1,7% höheren Preisen. „Das alles zu einem Zeitpunkt, als die Mengen noch im Fallen oder zumindest auf einem Tiefpunkt waren. 14 Monate später und vielen Unkenrufen aus der Branche zum Trotz wissen wir, dass es mengenmäßig noch besser gelaufen ist und beim Preis plus 3,1 Prozent geworden sind“, resümiert Reikersdorfer über die Wohnungsmarktprognose RREFIX 2024 für 2025.
Mit 11,91 Mrd. € Wohnungsverkaufswert lag 2025 um +5,3% über dem Zehnjahresmittel von 11,31 Mrd. € und um +25,1% oder 2,39 Mrd. € über 2024, andererseits aber auch um –20,2% unter 2021. Eine Berg- und Talfahrt also, bei der es im Moment wieder nach oben geht. Der letztjährige nationale Wohnungstransaktionswert lässt sich historisch am ehesten mit dem von 2019 vergleichen, der um –0,27 Mrd. € darunter lag.
Bundesländermengen
Sechs Bundesländer legen um ein Fünftel oder mehr zu, nur eines bleibt einstellig beim Prozentwachstum. Mit +29,6% und +27,8% führen prozentuell Vorarlberg und Steiermark, gefolgt von Wien (+24,7%), Niederösterreich (+22,4%) und Oberösterreich (+21%). Tirol und Kärnten liegen mit +11,9% und +11,8% knapp beisammen, Burgenland hinten nach mit +4,3%. In absoluten Zahlen führt erwartungsgemäß Wien mit einem Zuwachs um +2.362 Wohnungskäufen vor der Steiermark (+1.425) und vor Oberösterreich (+880). Insgesamt ergibt das für Wien 11.915 Kaufakte, 6.553 für die Steiermark, 5.077 für Oberösterreich und 4.563 für Gelb-Blau unter der Enns. Tirol kommt auf 4.132, Salzburg auf 3.178 und Vorarlberg auf 2.281 Transaktionen. Bleiben noch 2.244 für Kärnten und 633 für das Burgenland.
Ratschlag vom Profi
„Noch ist ein guter Zeitpunkt für einen Kauf: Das niedrigere Zinsniveau spricht dafür und auch das Angebot ist noch gut. Doch mit dem erwartbaren Angebotsrückgang in den nächsten Monaten im Neubaubereich werden in weiterer Folge auch die Preise für Eigentumswohnungen spürbar anziehen. Auch die Befreiung von der Grundbuch- und Pfandrechtseintragungsgebühr für Käufe bis zu einer Bemessungsgrundlage von 500.000 Euro − für das dringende Wohnbedürfnis (Hauptwohnsitz) − endet mit 30. Juni 2026 schon bald. Wer Eigentum erwerben möchte, sollte also nicht länger zögern“, rät Reikersdorfer. (hk)
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