80 Milliarden Euro Konsumausgaben: Stationärer Handel behauptet sich
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Rainer Will, Handelsverband
RETAIL Redaktion 08.06.2026

80 Milliarden Euro Konsumausgaben: Stationärer Handel behauptet sich

WIEN. Die österreichischen Haushalte haben 2025 insgesamt 80,7 Mrd. Euro für Einkäufe im Einzelhandel ausgegeben. Das entspricht einem nominellen Wachstum von 2,6%, real blieb ein Plus von 0,8%. Der Online-Handel legte mit 4,1% stärker zu als der Gesamtmarkt, dennoch bleibt der stationäre Handel mit einem Anteil von 87,5% klar dominierend.

„Der stationäre Handel bleibt mit einem Anteil von 87 Prozent der mit Abstand wichtigste Einkaufskanal in Österreich. Heute entscheidet aber nicht mehr die Frage online oder offline über den Erfolg, sondern welcher Vertriebskanal am besten zum jeweiligen Produkt und Konsum-Moment passt“, ist Rainer Will, Geschäftsführer des Handelsverbands, überzeugt.

Mit 32,1 Mrd. Euro entfallen fast 40% aller Einzelhandelsausgaben auf Nahrungs- und Genussmittel. Besonders stark wuchsen Convenience-Produkte wie Fertiggerichte und To-Go-Angebote (+7,3%), während alkoholische Getränke an Bedeutung verloren (-4,1%). Der Online-Lebensmittelhandel schrumpfte bereits das vierte Jahr in Folge.

Zu den größten Wachstumstreibern zählt der Gesundheitsmarkt. Die Ausgaben für Medikamente, Drogeriewaren und Kosmetik stiegen um 4,5%, bei Medikamenten sogar um 8,6%. Gleichzeitig legten die Online-Ausgaben in diesem Segment um 13,5% zu.

Im Modehandel stiegen die Ausgaben für Bekleidung und Schuhe um 3,3%, während der Online-Anteil leicht zurückging. Eine ähnliche Entwicklung zeigt sich bei Sportartikeln. Hier wächst vor allem das Verleihgeschäft für Fahrräder, Ski und andere Sportgeräte kräftig.

Unter Druck bleibt dagegen der Einrichtungsmarkt. Die Ausgaben für Wohnbau, Sanierung und Wohnungseinrichtung gingen leicht zurück. Positiver verlief die Entwicklung bei Elektro- und Elektronikgeräten (+2,8%). Besonders stark gefragt waren Videospiele und Spielkonsolen, deren Ausgaben um 14,4% zulegten.

Abseits des Handels stiegen die Ausgaben für persönliche Dienstleistungen (+8,8%), Sportaktivitäten (+8,3%) sowie medizinische Behandlungen (+7,3%) besonders deutlich. „2025 war abermals ein Jahr, in dem die Ausgaben für Dienstleistungen stärker zugelegt haben als jene für Wareneinkäufe“, sagt Studienautor Andreas Kreutzer.

Die Analyse zeigt: Während der Online-Handel in vielen Bereichen weiter wächst, bleibt der stationäre Handel für die meisten Einkäufe die erste Wahl. Gleichzeitig gewinnen Dienstleistungen für die privaten Haushalte zunehmend an Bedeutung.

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