WIEN. Die Altstoff Recycling Austria AG (ARA) investiert gemeinsam mit Partnern bis Ende 2026 rund 100 Millionen Euro in den Ausbau der heimischen Kreislaufwirtschaft. Im Fokus stehen neue Anlagen für die Sortierung und Verwertung von Kunststoffabfällen sowie die Sicherung von Sekundärrohstoffen für den Wirtschaftsstandort Österreich.
Gleichzeitig meldet die ARA einen wichtigen Meilenstein: Im Haushaltsbereich wurde 2025 die EU-Recyclingquote von 50 Prozent bei Kunststoffverpackungen erreicht. Trotz Einführung des Einwegpfands stieg die Sammlung von Verpackungen im Gelben Sack beziehungsweise der Gelben Tonne um sieben Prozent. Besonders starke Zuwächse gab es in Wien mit plus 14 Prozent.
Zu den zentralen Investitionen zählt die Sortieranlage TriPlast in Oberösterreich mit einem Volumen von mehr als 60 Millionen Euro. Zusätzlich investiert die ARA gemeinsam mit Partnern rund 40 Millionen Euro in die neue Anlage Sort4cycle, die ab 2027 das von der ARA entwickelte UPCYCLE-Verfahren im industriellen Maßstab einsetzen soll.
„Bis Ende 2026 haben wir somit insgesamt allein im Kunststoffbereich mehr als 100 Millionen Euro investiert, um Sekundärrohstoffe für die Industrie zu sichern und den Wirtschaftsstandort Österreich zu stärken“, betont ARA-Vorstandssprecher Harald Hauke.
Kritisch sieht die ARA die aktuelle EU-Regulatorik rund um die Verpackungsverordnung PPWR. Während Recyclingquoten bereits gelten, würden verbindliche Vorgaben zum Einsatz von Rezyklaten erst später folgen. „Es ist ein Konstruktionsfehler, dass man zuerst Recyclingquoten vorgegeben hat, aber Jahre wartet, bis die Hersteller:innen das Material dann verwenden müssen“, so Hauke.
Auch beim verpflichtenden Textilrecycling ab 2028 fordert das Unternehmen einfachere und wirtschaftlich tragfähige Lösungen. Parallel dazu arbeitet die ARA gemeinsam mit Partnern an Pilotprojekten für lebensmitteltaugliche Rezyklate, darunter Mehrwegbecher für den Eurovision Song Contest. (red)