Coffee Barometer: Druck auf Kaffeebauern
© Fairtrade Österreich/Safia El Maataoui
Hartwig Kirner, Geschäftsführer von Fairtrade Österreich.
RETAIL Redaktion 21.07.2026

Coffee Barometer: Druck auf Kaffeebauern

Fairtrade setzt auf Mindestpreis, Prämie und Partnerschaften.

WIEN. Der aktuelle Coffee Barometer rückt die Zukunft der Kaffeebauernfamilien ins Zentrum der Branchendebatte: Geopolitische Unsicherheiten, schwankende Währungen, steigende Kosten und klimabedingte Ernteausfälle setzen die Kaffeebranche weltweit unter Druck. Dürren, Starkregen sowie neue Schädlinge erschweren zusätzlich die Produktion. Damit wächst der Investitionsdruck gerade dort, wo finanzielle Spielräume oft fehlen.

EUDR und Qualität erhöhen den Investitionsdruck
Auch die EU-Entwaldungsverordnung (EUDR) verändert die Anforderungen an die Branche: Unternehmen und Kaffeekooperativen müssen künftig besser nachweisen, woher ihre Rohstoffe stammen und dass diese entwaldungsfrei produziert wurden. Damit Kooperativen am Markt gute Preise erzielen können, brauchen sie Zugang zu Know-how, professioneller Verarbeitung und Investitionen in Qualität.

„Kaffeekooperativen müssen heute gleichzeitig in Klimaanpassung, Qualität und Rückverfolgbarkeit investieren. Dafür brauchen sie finanzielle Spielräume und verlässliche Partnerunternehmen“, sagt Hartwig Kirner, Geschäftsführer von Fairtrade Österreich.

Fairtrade unterstützt Kooperativen dabei, sich auf neue Markt- und Regulierungsanforderungen einzustellen: Das digitale System Plot Insights hilft Kaffee- und Kakaokooperativen, Geodaten zu verwalten und Entwaldungsrisiken zu analysieren. Auch der Fairtrade-Kaffee-Mindestpreis wird derzeit überprüft, eine Entscheidung wird für den Herbst erwartet. Fairtrade-Cuppings mit prämierten Kaffees aus den Golden Cups sollen das Qualitätspotenzial von Fairtrade-Kaffee sichtbar machen. Mit den Fairtrade-Kaffeewochen im Herbst will Fairtrade Österreich das Bewusstsein für fair gehandelten Kaffee stärken. (red)

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