Dürre lässt steirische Apfelernte um 35% einbrechen
© LK Steiermark/Christof Hütter
Agrarlandesrätin Simone Schmiedtbauer richtet eindringlichen Apell an Bevölkerung heimische Äpfel zu essen
RETAIL Redaktion 18.08.2026

Dürre lässt steirische Apfelernte um 35% einbrechen

Rekordhitze und extreme Trockenheit setzen den steirischen Obstbauern massiv zu.

WIEN. Für heuer wird eine Apfelernte von rund 90.000 t erwartet und damit um 35% weniger als 2025, als 138.000 t geerntet wurden. Die Versorgung des österreichischen Marktes könne dennoch gesichert werden, betont Landwirtschaftskammer-Präsident Andreas Steinegger. Die Früchte werden heuer zwar kleiner ausfallen, seien aufgrund der vielen Sonnenstunden aber besonders aromatisch und reich an Inhaltsstoffen.
Während die Spätfröste Ende April auf zahlreichen Betrieben noch mit Frostberegnung abgewehrt werden konnten, hinterließen Temperaturen von mehr als 35 Grad und die außergewöhnliche Niederschlagsarmut im Juli und August deutliche Spuren. Statt der üblichen 230 l/m² fielen lediglich 38 l/m². Auf besonders trockenen Standorten kommt es mittlerweile zu Sonnenbrand an den Früchten und vereinzelt sogar zum Absterben von Bäumen. „Diese Dürrekatastrophe bringt viele Obstbauern an ihr Limit und an ihre Existenzgrenzen“, warnt Steinegger.

Eine zentrale Rolle bei der Anpassung an den Klimawandel spielt deshalb die Wasserversorgung. Rund 30% der steirischen Apfelkulturen können derzeit frostberegnet und bewässert werden. Speicherbecken schützen im Frühjahr die Blüten vor Frost und ermöglichen im Sommer die Bewässerung. Wiederholte Ernteausfälle erschweren den Betrieben allerdings die Finanzierung solcher Investitionen.

Das Land Steiermark fördert Bewässerungsprojekte seit 2024 mit 65% der Kosten. Knapp 200 Betriebe haben seither mehr als 8 Mio. Euro in neue Beregnungssysteme investiert. „In diesem schwierigen Erntejahr sehen wir, dass jene Betriebe, die bereits über Bewässerungsmöglichkeiten verfügen, deutlich besser durch die extreme Hitze und Trockenheit kommen“, sagt Agrarlandesrätin Simone Schmiedtbauer. Die Förderung soll auch im kommenden Jahr fortgesetzt werden.

Zusätzlich belasten laut Manfred Kohlfürst, Obmann der steirischen und österreichischen Obstbauern, gestiegene Produktionskosten, hohe Lohn- und Lohnnebenkosten sowie eingeschränkte Möglichkeiten bei der Bekämpfung invasiver Schädlinge die Betriebe. Er fordert Investitionsanreize für Wasserspeicherbecken, neue Sorten und Hagelschutznetze sowie zusätzliche Unterstützung bei Versicherungsprämien.
Insgesamt kultivieren knapp 900 Produzenten auf 4.600 Hektar steirische Äpfel. 76% der österreichischen Apfelanbaufläche liegen in der Steiermark, der Bioanteil beträgt 23%. Gegenüber dem Vorjahr ist die Anbaufläche um rund 3% zurückgegangen.

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