EFERDING. Kleinere Knollen, Fraßschäden und ein höherer Sortieraufwand verringern zusätzlich den Anteil der vermarktungsfähigen Ware. Der Lebensmittelhersteller efko hält dennoch an seinen langjährigen Partnerschaften mit der heimischen Landwirtschaft fest und setzt weiterhin auf Rohwaren aus österreichischem Anbau. Deren Beschaffung gestaltet sich in diesem Erntejahr allerdings deutlich anspruchsvoller. Damit heimisches Gemüse auch künftig in Österreich angebaut und verarbeitet werden kann, brauche es „wirtschaftlich tragfähige Bedingungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette“, wie efko in einer Aussendung mitteilt.
Besonders angespannt ist die Situation bei Kartoffeln. Auch bei einzelnen Krautarten und Wurzelgemüse wie Roten Rüben, Karotten und Sellerie fallen die Erntemengen geringer aus. Die geringeren verfügbaren Mengen erfordern eine breitere und aufwendigere Beschaffung. Langfristige Partnerschaften mit der heimischen Landwirtschaft und ein über Jahre gewachsenes Lieferantennetzwerk gewinnen dadurch zusätzlich an Bedeutung.
„Die diesjährige Ernte zeigt sehr deutlich, dass eine Versorgung mit heimischen Lebensmitteln keine Selbstverständlichkeit ist. Wir stehen gerade in einem schwierigen Jahr zu unseren österreichischen Partnerbetrieben und halten an heimischen Rohwaren fest. Das gelingt nur, wenn Landwirtschaft und Verarbeitung wirtschaftlich tragfähig arbeiten können“, betont Thomas Krahofer, Geschäftsführer von efko.
Geringere Erträge bei mehreren Gemüsekulturen
Die anhaltende Trockenheit hat sich 2026 auf zahlreiche Gemüsekulturen ausgewirkt. Bei Weiß- und Rotkraut werden geringere Erntemengen erwartet. Auch bei Roten Rüben, Karotten und Sellerie liegen die verfügbaren Mengen unter der ursprünglichen Planung. Je nach Kultur beeinflussen die Witterungsbedingungen nicht nur den Ertrag, sondern auch Größe und Beschaffenheit der Rohware sowie den Aufwand für Sortierung und Verarbeitung.
Die efko Unternehmensgruppe verarbeitet und veredelt jährlich rund 90.000 Tonnen von 70 Obst- und Gemüsesorten. 120 Landwirte aus der Region sind Teil der OÖ Obst- und Gemüseverwertungsgenossenschaft und damit eng mit dem Unternehmen verbunden. Diese Struktur steht für eine über Jahrzehnte gewachsene Partnerschaft zwischen Landwirtschaft und Verarbeitung. Rohwaren aus heimischem Anbau bleiben für efko die zentrale Grundlage der Produktion.
Wie verletzlich regionale Wertschöpfungsketten sind, zeigt sich auch an den aktuellen Entwicklungen in der österreichischen Lebensmittelproduktion. Fallen Verarbeitungskapazitäten und verlässliche Abnehmer weg, verlieren landwirtschaftliche Betriebe nicht nur Absatzmöglichkeiten. Gefährdet sind auch Wissen, Investitionen, Arbeitsplätze und die langfristige Verfügbarkeit heimischer Lebensmittel.
Wirtschaftliche Rahmenbedingungen als Voraussetzung
Neben geringeren Erntemengen und dem höheren Aufwand bei der Rohwarenbeschaffung steigen auch die Kosten für Energie, Personal und die Verarbeitung an österreichischen Standorten. Die Versorgung mit heimischen Lebensmitteln setzt daher voraus, dass alle Stufen der Wertschöpfungskette wirtschaftlich bestehen können.
„Wer auch künftig heimisches Gemüse im Regal will, muss die Voraussetzungen dafür schaffen, dass es in Österreich angebaut und verarbeitet werden kann. Wetterextreme werden den Gemüseanbau weiter fordern. Gleichzeitig müssen heimische Verarbeitungsbetriebe im internationalen Wettbewerb bestehen können. Faire Bedingungen und Preise entlang der gesamten Wertschöpfungskette sind deshalb eine Voraussetzung für Versorgungssicherheit“, ruft Krahofer zum Schulterschluss von Landwirtschaft, Verarbeitung, Handel, Politik und Gesellschaft auf. (red)