Handelsverband begrüßt geplantes Social-Media-Verbot
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Rainer Will
RETAIL Redaktion 29.07.2026

Handelsverband begrüßt geplantes Social-Media-Verbot

Regierung plant Altersgrenze ab 14 Jahren für suchtfördernde Plattformen. Handelsverband unterstützt die Regierungspläne für ein Social-Media-Verbot für unter 14-Jährige auf Plattformen mit suchtfördernden Mechanismen.

WIEN. Der Handelsverband begrüßt die Einigung der Bundesregierung im Sommerministerrat auf ein Social-Media-Verbot für Kinder unter 14 Jahren. Betroffen davon sind Plattformen mit suchtfördernden Mechanismen wie TikTok, Instagram, Facebook, Snapchat und X. Nicht Eltern oder Schulen, sondern die Plattformbetreiber selbst seien für eine datenschutzkonforme Alterskontrolle verantwortlich, damit Jugendliche wirksam geschützt werden. Dass Österreich die Altersgrenze bei 14 Jahren ansetzt, entspreche der heimischen Mündigkeitsgrenze. Der Gesetzesentwurf wird noch heute in Begutachtung und an die EU-Kommission zur Notifizierung geschickt.

Appell an globale Plattformkonzerne
„Die heimischen Kinderzimmer dürfen kein rechtsfreier Raum für globale Plattformkonzerne sein. Endlos-Feeds, gefährliche Inhalte, manipulative Algorithmen und Cybermobbing sind eine toxische Mischung“, sagt Rainer Will, Geschäftsführer des Handelsverbands. „Wer Milliarden mit der Aufmerksamkeit junger Menschen verdient, muss auch Verantwortung für deren Schutz übernehmen. Das Social-Media-Verbot für unter 14-Jährige ist daher ein wichtiger und überfälliger Schritt.“

Große Skepsis gegenüber TikTok
Ein Consumer Check des Verbands zeigt die Bedeutung der Netzwerke: 80 Prozent der österreichischen Bevölkerung sind auf Social Media aktiv, jede dritte Person hat dort bereits direkt eingekauft. Die beliebtesten Netzwerke sind Facebook (64 Prozent) und Instagram (50 Prozent), gefolgt von Pinterest (22 Prozent), TikTok (21 Prozent), LinkedIn (17 Prozent) und Snapchat (16 Prozent).

Große Skepsis herrscht gegenüber TikTok und dem gelaunchten TikTok Shop. Laut Befragung sprechen sich 78 Prozent der Bevölkerung für Einschränkungen der Plattform aus, um Jugendliche zu schützen. 58 Prozent befürworten eine strenge Altersbeschränkung, 20 Prozent ein komplettes Verbot.

Forderung nach klaren Leitplanken
„Social Commerce ist Teil der modernen Handelswelt. Vertrauen ist hier die Basis. Wer junge Menschen schützt, stärkt langfristig auch den fairen Wettbewerb und die Akzeptanz neuer Handelsformen. Gerade deshalb braucht es klare Leitplanken, wirksame Alterskontrollen und konsequente Regeln gegen manipulative Geschäftspraktiken“, so Will.

Der Verband verweist auf Pflichten nach dem Digital Services Act (DSA), plädiert mittelfristig für eine harmonisierte europäische Lösung und unterstützt den österreichischen Vorstoß. (red)

Weiterführende Informationen finden sich unter www.handelsverband.at.

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