HV Consumer Check: Eurovision Song Contest sorgt für rund 70 Millionen Euro Mehrumsatz im Handel
© ORF/Roman Zach-Kiesling
RETAIL Redaktion 07.05.2026

HV Consumer Check: Eurovision Song Contest sorgt für rund 70 Millionen Euro Mehrumsatz im Handel

WIEN. Der Eurovision Song Contest (ESC), der nächste Woche in Wien stattfindet, rückt den Event-Konsum in Österreich erneut in den Fokus. Laut aktuellem HV Consumer Check planen 17 Prozent der Bevölkerung rund um das Großereignis zusätzliche Ausgaben im Handel. In Summe rechnet der Handelsverband mit einem Mehrumsatz von rund 70 Millionen Euro. Großevents erweisen sich damit insgesamt als relevanter Impulsgeber für den Konsum.
Sport- und Musikevents als wichtigste Treiber

„Der ESC ist nicht nur ein Medienereignis mit überragender Reichweite, er hat auch starke Auswirkungen auf unser Konsumverhalten. Der österreichische Handel darf sich auf einen Mehrumsatz von rund 70 Millionen Euro freuen. Insgesamt sehen wir, dass Events aller Art wichtige Impulsgeber für den Konsum und damit für alle Handelsformate sind“, sagt Rainer Will, Geschäftsführer des freiwilligen, überparteilichen und unabhängigen Handelsverbands. „Davon profitieren je nach Event unter anderem der Lebensmittelhandel, der Mode- und Sportartikelhandel sowie der Elektrohandel.“

Der Consumer Check von Reppublika Research zeigt deutliche Unterschiede zwischen den Eventtypen: Heimische Sport-Großveranstaltungen erreichen mit 30 Prozent das höchste Interesse, gefolgt von Musikfestivals und Großkonzerten mit 26 Prozent. Der ESC liegt bei 19 Prozent, Pride-Veranstaltungen bei 16 Prozent.

Der ESC wird dabei überwiegend im privaten Umfeld verfolgt: 30 Prozent sehen die Shows allein oder im Familienkreis, weitere 12 Prozent im Freundeskreis. 4 Prozent besuchen ein Lokal, Public Viewing oder die Veranstaltung selbst, während 57 Prozent der Bevölkerung keinen Bezug zum Event haben.

Rund 17 Prozent planen zusätzliche Ausgaben rund um den ESC, im Schnitt 108 Euro pro Person. Im Vordergrund stehen Lebensmittel und Getränke, daneben auch Merchandise (7 Prozent), spezielle Outfits (7 Prozent) sowie Deko- und Partyartikel (5 Prozent). Der Handel kann dadurch laut Hochrechnung mit rund 70 Millionen Euro Zusatzumsatz rechnen.

Musikfestivals sorgen anschließend für zusätzliche Dynamik: Rund 21 Prozent der Bevölkerung wollen mindestens ein Festival besuchen, weitere 13 Prozent sind noch unentschlossen. Die durchschnittlichen Ausgaben liegen bei 296 Euro pro Person, insbesondere für Verpflegung, Merchandise sowie Camping- und Outdoor-Ausrüstung.

Auch die Zielgruppen unterscheiden sich deutlich: In der Gen Z (18 bis 28 Jahre) liegt das Interesse am ESC bei 33 Prozent, bei Musikfestivals bei 47 Prozent und bei Sport-Großveranstaltungen bei 44 Prozent. Besonders hoch ist die Ausgabenbereitschaft in dieser Gruppe.

Beim Geschlecht zeigen sich ebenfalls Unterschiede: 42 Prozent der Männer interessieren sich für große Sportevents, bei Frauen sind es 19 Prozent. Bei Musikveranstaltungen liegt das Interesse ähnlich hoch, die durchschnittlichen Ausgaben betragen bei Männern 341 Euro, bei Frauen 238 Euro.

„Events sind ein wichtiger Treiber für Zusatzumsätze im Handel. Vor allem die Gen Z feiert und konsumiert gerne. Entscheidend ist, die unterschiedlichen Zielgruppen und Konsummuster je nach Veranstaltungsformat gezielt anzusprechen“, so Handelssprecher Rainer Will abschließend. „Besonders Festivals sorgen für hohe Ausgaben und breite Nachfrage über viele Branchen hinweg, von Lebensmitteln bis hin zur Camping-Ausrüstung. Kleinere Formate wie die Pride erreichen zwar weniger Menschen, sprechen aber eine sehr kaufaktive, urbane Zielgruppe an.“ (red)

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