IG-Milch fordert rasche Hilfe für Milchviehbetriebe
© IG Milch
Dürre IG-Obmannstellvertreter Hetzlinger Andreas
RETAIL Redaktion 17.08.2026

IG-Milch fordert rasche Hilfe für Milchviehbetriebe

Die IG-Milch warnt angesichts der anhaltenden Dürre vor einer weiteren Verschärfung der Lage auf den Milchviehbetrieben und kritisiert die bisher diskutierten Hilfsmaßnahmen als unzureichend.

WIEN. „Diese Dürre ist ein Jahrhundertereignis und die gesamten Folgen sind noch nicht einschätzbar“, sagt Andreas Hetzlinger, Obmannstellvertreter der IG-Milch. Betroffene und Praktiker würden bei der Suche nach Lösungen zu wenig eingebunden.

Auch Ernst Halbmayr, Mitbegründer des European Milk Board und der Marke „A faire Milch“, zeichnet ein düsteres Bild. In weiten Teilen Europas fehlten Futter und Wasser, gleichzeitig würden zunehmend Kühe geschlachtet. Dies könne längerfristig zu Versorgungsengpässen und steigenden Lebensmittelpreisen führen. Die Betriebsführer stünden zudem unter erheblichem finanziellen und psychischen Druck.

Kritisch beurteilt die IG-Milch insbesondere die bisher diskutierten zinsbegünstigten Kredite und Stundungen von Sozialversicherungsbeiträgen. Auch Unterstützungen für Saatgut zur Sanierung von Futterflächen seien angesichts geschädigter Böden und weiterhin fehlender Niederschläge derzeit wenig hilfreich. Den Vorwurf, Betriebe hätten sich gegen die Folgen der Dürre versichern müssen, weist die Interessengemeinschaft zurück.

Stattdessen fordert die IG-Milch eine Ausgleichszahlung von 300 Euro je Großvieheinheit in betroffenen Regionen, eine nationale Futtermittelbörse, die Sicherung vorhandener Maisbestände für Wiederkäuer sowie Zuschüsse zu Futtermitteltransporten. Zudem soll ein Krisenstab unter Einbindung betroffener Landwirte und Praktiker eingerichtet werden.

Die Hilfen könnten anhand kleinregionaler Wetterdaten und Satellitenbilder gezielt auf besonders betroffene Gebiete konzentriert werden, argumentiert die IG-Milch. Ohne rasche Maßnahmen würden weiterhin gesunde Kühe geschlachtet und damit über Jahre aufgebaute Bestände reduziert. Dies könne langfristige Folgen für die heimische Selbstversorgung und die Lebensmittelpreise haben.

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