WIEN. Laut einer Analyse von Dun & Bradstreet wurden 1.881 Fälle registriert, nach 1.990 im Vergleichszeitraum 2025. Das entspricht einem Rückgang um 5,8%. Österreich ist damit das einzige DACH-Land mit rückläufigen Zahlen. In Deutschland stiegen die Insolvenzen um 15,8%, in der Schweiz um 54,7%.
„Österreich befindet sich nach den außergewöhnlich starken Insolvenzanstiegen der Jahre 2023 bis 2025 in einer Konsolidierungsphase“, sagt Dirk Radetzki, Senior Vice President, Global Transformation & Business Development bei Dun & Bradstreet Deutschland. Viele Unternehmen trügen allerdings weiterhin geschwächte Bilanzen aus mehreren Jahren mit Inflation, steigenden Lohn- und höheren Finanzierungskosten.
Regional zeigt sich ein unterschiedliches Bild. Die meisten Insolvenzen entfielen auf Wien mit 859 Fällen, gefolgt von Niederösterreich mit 258 und Oberösterreich mit 215. Besonders stark gingen die Zahlen in Salzburg (-32,1%), im Burgenland (-30,4%) und in Tirol (-28,2%) zurück. Zuwächse gab es hingegen in der Steiermark (+10,3%) und Vorarlberg (+80,6%).
Nach Branchen verzeichneten der Handel mit 311 Fällen und die Bauwirtschaft mit 306 die meisten Insolvenzen. In beiden Bereichen gingen die Zahlen gegenüber dem Vorjahr jedoch zurück.
Auffällig ist die Entwicklung bei länger etablierten Unternehmen. Bei Firmen im Alter zwischen 16 und 25 Jahren stiegen die Insolvenzen um 116% auf 337 Fälle, bei 26 bis 50 Jahre alten Unternehmen sogar um 178% auf 309 Fälle. „Viele dieser Betriebe haben ihr Geschäftsmodell unter ganz anderen Kosten- und Nachfragebedingungen aufgebaut und stehen jetzt vor strukturellen Umbrüchen wie der Digitalisierung, der Energiewende und dem Fachkräftemangel“, erklärt Radetzki.
Moser Holding: Krapf und Eisendle folgen auf Silvia Lieb
Nach der Freigabe des Zusammenschlusses von Moser Holding und Russmedia durch die Bundeswettbewerbsbehörde werden die Führungsstrukturen der neuen Mediengruppe im Westen Österreichs