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The Million-Dollar-Story

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Erstellt von Harald Kopeter on 24/09/2019

The Million-Dollar-Story

Mit den einfachen Diagrammen von Kurt Vonnegut zum Durchbruch. Wie Sie mit „Story Shapes” erfolgreiche Geschichten erzählen.

Storytelling im Business? Für Viele heißt das zuerst: Umdenken. Kein Wunder, dass sich bei Unternehmern am Anfang ein Gefühl latenter Orientierungslosigkeit einstellt. Es geht plötzlich um Kreativität statt um Exceltabellen, vielleicht fehlen die Anknüpfungspunkte zur bisherigen betrieblichen Praxis.

Einfache Diagramme, geniale Storys

Der US-amerikanische Autor Kurt Vonnegut hat hierfür eine Lösung gefunden. Seine „Story Shapes” sind einfache Diagramme auf zwei Achsen. Vonnegut entledigt sich allen Ballasts wie zum Beispiel Setting. Ihm geht es rein um die emotionale Reise, die Figuren durchleben. Daraus konstruiert er drei Klassiker des westlichen Storytellings in Form von anschaulichen Visualisierungen. Deswegen können auch Storytelling-Neulinge so die Macht der Geschichten ergründen.

Doch zuerst eine kurze Erklärung der Diagramme: Die y-Achse beschreibt die Umstände der Figuren – geht es ihnen gut oder schlecht? Die x-Achse stellt den Verlauf der Handlung dar. Diese Illustration von David Yang veranschaulicht Vonneguts „Story Shapes“ ausgezeichnet:

Zwei Storys voller Auf und Ab

Die erste Geschichte nennt Vonnegut „Man in a Hole”. Von einem relativ positiven Ausgangspunkt aus geht es zuerst steil bergab. Unsere Hauptfigur muss erst eine Weile im Tal der Tränen ausharren, bis der harte Kampf nach oben mit einem Erfolg weit über dem Ausgangspunkt belohnt wird. Hierin finden aufmerksame Leserinnen und Leser des Blogs Elemente von Joseph Campells Heldenreise wieder.

In “Boy Gets Girl” geht es nicht zwingend um eine Liebesgeschichte. Vielmehr ist es die Story davon, etwas ganz Fantastisches, Lebensveränderndes zu finden, nur um es wieder zu verlieren, am Ende aber doch wieder zu erhaschen. Es kann eine romantische Story sein, aber genauso gut von geschäftlichem Erfolg handeln.

Ein klassisches Beispiel für „Boy gets Girl” aus der Geschäftswelt ist die Geschichte von Steve Jobs, der es zu Apple schaffte, nur um dort prompt wieder rauszufliegen. Nach harten Lehrjahren bei Pixar kam er zurück und führte dadurch das Unternehmen zu unvorstellbarem Erfolg.

Die “Million-Dollar-Story”

Das Beste haben wir uns für den Schluss aufgehoben. Vonnegut beschreibt die nachfolgende Geschichte als „the most popular story in our Western civilization. Every time it’s retold somebody makes another million dollars. You’re welcome to do it.”

Sie wollen auch diese beliebteste Story des westlichen Kulturkreises erzählen? Dann aufgepasst: Die Hauptfigur startet in einer tiefen Krise. Alles, was schieflaufen kann, ist bereits schiefgelaufen. Doch Schritt für Schritt arbeitet sie sich hoch, steht plötzlich ganz oben, besser geht es eigentlich nicht – und dann kommt der Absturz.

Alle Träume scheinen erst zunichte gemach, die Figur steht beinahe wieder völlig am Anfang. Doch unser Protagonist ist zäh, erträgt die Widrigkeiten des Schicksals. Die lange Durststrecke hat ein Ende und der Erfolg ist größer als je erwartet.

Vonnegut hat nicht zu viel versprochen, denn wir alle mögen Underdog-Stories. Auch hier finden wir Echos der Heldenreise, gemischt mit Klassikern wie dem Tellerwäscher-zu-Millionär- Archetyp.

Wer alle Story Shapes in Vonneguts lakonischem O-Ton genießen will, kann den Meister in diesem Video bewundern: https://youtu.be/oP3c1h8v2ZQ

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