Arbeitsmarkt-Kompass
© Katharina Schiffl
CAREER NETWORK Redaktion 26.01.2024

Arbeitsmarkt-Kompass

Erste Auflage des Arbeitsmarkt-Kompass von Marketagent in Kooperation mit Leitbetriebe Austria. Ein Stimmungsbild zum österreichischen Arbeitsmarkt.

BADEN. Worauf die heimischen Beschäftigten im Berufsleben Wert legen, wie, wo und wann sie arbeiten möchten und wie sie die Stimmung am Arbeitsmarkt wahrnehmen, zeigt die erste Auflage des Arbeitsmarkt-Kompass von Marketagent in Kooperation mit Leitbetriebe Austria.

Keine 40-Stunden-Woche

Teilzeit boomt seit vielen Jahren in Österreich, und Modelle wie die Vier-Tage-Woche bei vollem Lohnausgleich heizen die Diskussion weiter an. Die Ergebnisse des Arbeitsmarkt-Kompass legen nahe, dass die klassische 40-Stunden-Woche ausgedient hat. Im Durchschnitt würde man hierzulande ein wöchentliches Arbeitsvolumen von rund 34 Stunden bevorzugen. Bei Frauen liegt die Wunsch-Dienstzeit niedriger – konkret bei 30,8 Stunden. Allerdings lastet der Großteil der unbezahlten Care-Arbeit hierzulande auch auf weiblichen Schultern.

Spätestens seit der Corona-pandemie sind Homeoffice und Remote-Arbeit in vielen Branchen zur Norm geworden. Doch hat sich im vergangenen Jahr der Wind wieder gedreht und Silicon-Valley Tech-Größen wie X (vorm. Twitter) beordern ihre Angestellten vermehrt ins Büro zurück. Inwieweit sich dieser Rückwärtstrend auch in Österreich durchsetzen wird, bleibt abzuwarten.
In Österreich wünschen sich jene, die grundsätzlich die Möglichkeit zu Homeoffice haben, einen Remote-Work-Anteil von 39%, was bei einer klassischen Fünf-Tage-Woche rund zwei Tagen entspricht. Die Popularität des Homeoffice hängt nicht zuletzt auch mit dem Wegfall des Anfahrtswegs zur Arbeit zusammen – ein Faktum, das in einem Pendlerland wie Österreich durchaus Relevanz hat.

„Work hard, play hard”

„Hart arbeiten, gut leben” – mit dieser Philosophie können sich fast 60% der arbeitenden Bevölkerung gut identifizieren. „Engagement und Leistung sind also durchaus noch Tugenden, die hochgehalten werden. Dennoch zeigen unsere Daten, dass sich der Fokus zunehmend weg von traditionellen Karrieremustern hin zu flexibleren Arbeitsmodellen verschiebt”, erläutert Thomas Schwabl, Geschäftsführer von Marketagent.

Auch die Work-Life-Balance bleibt ein zentrales Thema. Vor die Wahl gestellt, gibt die Mehrheit der Befragten der Vereinbarkeit von Privatleben und Beruf (73%) den Vorzug vor der Karriere (27%). Und: Während sich Millennials, Gen X und Babyboomer noch deutlich für eine klare Unterscheidung von Arbeit und Freizeit aussprechen, darf es für die Generation Z ruhig verschmelzen – der neue Trend Work-Life-Blending lässt grüßen.
In Sachen Überstunden lässt sich bei den heimischen Arbeitnehmern eine gewisse Ambivalenz feststellen. Einerseits geben fast neun von zehn Befragten an, dass sie gerne Mehrarbeit leisten, sofern diese abgegolten wird. Andererseits sind 84% der Ansicht, dass Überstunden eine Ausnahme sein sollten.

Neuer Job, neues Glück?

Die überwiegende Mehrheit der befragten Arbeitnehmer ist mit dem aktuellen Job zufrieden (81%). Dennoch berichtet etwas mehr als ein Drittel eine grundsätzliche Bereitschaft zur beruflichen Veränderung (35%), jeder Elfte will sogar unbedingt wechseln. Am höchsten ist die Wechselbereitschaft in der Generation Z ausgeprägt. (red)

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