Innovative Hotelgruppe und Familienunternehmen
© Christine Miess
DESTINATION Redaktion 03.04.2026

Innovative Hotelgruppe und Familienunternehmen

Die Schani-Hotels in Wien bekommen heuer Zuwachs durch Häuser in der City und am Naschmarkt.

••• Von Alexander Haide

Die Schani Hotelgruppe betreibt derzeit vier smarte Boutique Hotels in modernem Design mit Raum für Wiener Gemütlichkeit in den besten Lagen der Stadt. Im Jahr 2026 wird die Gruppe mit zwei weiteren Häusern wachsen. Web-Reservierungen, ein intelligenter Chat-Bot und modernes Check-In unterstreichen, dass die Häuser am Hauptbahnhof, in der Mariahilfer Straße, am grünen Stadtrand und direkt gegenüber der UNO-City am Puls der Zeit gemanagt werden. Auch die Zahlen können sich sehen lassen und die Auslastung von 76% hebt die Beliebtheit der Häuser hervor. Anita Komarek, Head of Brand & PR der Schani Hotels, verrät im Interview mit media­net-Herausgeber Oliver Jonke das Erfolgsgeheimnis.

medianet: Sie sind nicht nur Eigentümerin der Schani Hotels, sondern auch für die Kommunikation verantwortlich. Wie verlief Ihre bisherige Karriere?
Anita Komarek: Das ist schnell erzählt (lacht). Nach dem Publizistik-Studium habe ich in einer PR-Agentur gearbeitet, meinen Mann Alexander kennengelernt und geheiratet. Damals hatte Alexander gemeinsam mit seinem Bruder schon den Gedanken, ein Hotel zu eröffnen. Er wollte, dass ich dabei mitarbeite. Um das Rüstzeug zu lernen, habe ich einige Zeit für die Arcotel-Gruppe gearbeitet und konnte PR mit Hotellerie verbinden. Bis zur Eröffnung des ersten Schani Hotels im Jahr 2015 war ich selbständig im PR-Bereich tätig.

medianet: Wie ist der Name Schani Hotels entstanden?
Komarek: Uns war es sehr wichtig, einen typischen Wiener Begriff zu finden, der uns und unser Unternehmen widerspiegelt. Wir haben uns mit vielen klugen Köpfen zusammengesetzt. Und kamen auf Schani, ein Ur-Wiener Begriff. Außerdem war uns wichtig dass sich die Vielseitigkeit und Diversität der Stadt in unserem Logo widerspiegelt. Also haben wir für jeden Buchstaben im Schani Schriftzug eine andere Typographie gewählt.

medianet: In den vergangenen elf Jahren ist das Unternehmen rasant gewachsen. Welche Häuser gehören zur Schani-Gruppe?
Komarek: In Betrieb sind aktuell vier Hotels, bald werden es sechs. Das Schani Wien am Hauptbahnhof war unser erstes Hotel. Dann kam das Schani Salon auf der Mariahilfer Straße, das wurde im Jahr 2018 eröffnet, es folgte das Schani Wienblick, das Ursprungshaus der Familie Komarek in Ottakring – das zuvor meine Schwiegermutter betrieben hat und im Jahr 2019 in die Schani Gruppe integriert wurde – und 2024 der jüngste Zuwachs der Schani Hotels gegenüber der UNO-City. In diesem Jahr folgen noch die Eröffnungen des Hotel Schani City im Karmeliterviertel Ende April und des Hotel Schani Naschmarkt im September.

medianet: Wie unterscheiden sich die Schani Hotels von anderen Häusern in Wien?
Komarek: Wir sprechen Design-affine Gäste mit einem gewissen Anspruch an, die schön wohnen wollen, aber nicht bereit sind die Preise in fünf Sterne-Hotels zu bezahlen. Wir möchten Altes mit Neuem verbinden und Geschichten erzählen. Wir setzen beim Wohlfühlfaktor und bei unseren eigenen Ansprüchen an ein Hotel an. Wie ist die Beleuchtung, wie sind die Ablageflächen, was würden wir gerne sehen wollen? Anspruchsvoll, gemütlich, stilvoll! Und für uns ist es wichtig, dass wir zu jedem Hotel eine authentische Geschichte erzählen können und uns gut in die Umgebung einfügen. Sodass auch in der Nachbarschaft Interesse geweckt wird und Menschen zu Beispiel auf einen Kaffee oder zum Frühstück zu uns kommen.

medianet: Wohnt eher die Business-Klientel in den Schani Häusern, oder Urlaubsgäste?
Komarek: Beides. Ganz klar beides. Wir haben einen guten Gäste-Mix. Mehr als die Hälfte ist eher im Business-Segment, die andere liegt bei Familien und Leisure. Aber das ändert sich je nach Jahreszeit. Wir haben auch Firmenkunden, die ein ganzes Haus über einen längeren Zeitraum buchen.

medianet: Wie ist die durchschnittliche Aufenthaltsdauer?
Komarek: Sie liegt bei 1,3 Nächten, Was uns gut gelingt, ist die Gästebindung. Wer einmal bei uns gewesen ist, kommt wieder. Das liegt auch an unserem Loyalty-Programm, hier erhalten unsere Gäste einen eigenen Buchungscode, mit dem sie ganz einfach über das Handy reservieren können.

medianet: Welche Buchungsplattformen funktionieren für die Schani Hotels?
Komarek: Wir haben natürlich Kooperationen mit OTAs (Online Travel Agencies, Anm.), wobei booking.com ganz vorne rangiert. Aber wir pushen natürlich die Direktbuchungen.

medianet: Sie beschäftigen sich persönlich mit Zukunftsagenden – und es gibt eine Kooperation mit dem Fraunhofer Institut …
Komarek: Bevor wir das erste Haus eröffneten, haben wir uns die aktuellsten Trends angesehen, wir wollten ein zukunftsweisendes Hotel sein. Wir lernten Professor Vanessa Borkmann vom Fraunhofer Institut kennen, die begeistert von ihrem Forschungsprojekt ‚Future Hotels‘ erzählt hat. Sie hat damals einen Partner gesucht, der bereit ist die Ergebnisse umzusetzen. Darauf sind wir sofort angesprungen und haben mitgemacht. Wir konnten uns sozusagen die Rosinen herauspicken, wie etwa aus dem Forschungsprojekt ‚Was macht ein Hotel der Zukunft aus?‘. Hinzu kommt die Erkenntnis, dass Lobbys meist leer sind und man sie durch das Zusammenlegen von Bar und Rezeption beleben kann. Das Prinzip Co-Working-Spaces, den Check-In mit dem Handy und Automatisation haben wir bereits damals umgesetzt und das wurde letztlich zu unserem USP.

medianet: Wird es in Ihren Hotels Robotermitarbeiter geben?
Komarek: Nicht in der Form wie in China. Soweit sind wir in Europa noch nicht. Was aber in gewisser Weise auch gut ist. Erst im vergangenen Jahr waren wir gemeinsam mit Vanessa Borkmann in China auf Forschungsreise und haben uns angesehen, wie Technologie und Robotics in der Hotellerie funktionieren. Sie hat diese Entwicklung bereits vor mehr als einem Jahrzehnt vorhergesehen. Dort gibt es statt Schlüsselkarten die Gesichtserkennung und auch der Aufzug weiß, in welches Stockwerk ein Gast muss. Oder es werden Essensbestellungen durch einen Roboter von der Lobby ins Zimmer geliefert. Die Bestellung dafür erfolgt über Sprachsteuerung. Aber das funktioniert nur in China. In Wien könnte man das schon aufgrund des Datenschutzes so niemals umsetzen.

medianet: Neben jung, stylish und leistbar sind die Schani Hotels auch nachhaltig. Das ist längst ein wesentlicher Bestandteil der Marke …
Komarek: Das ist ein ganz wichtiger Fokus – schon meine Schwiegermutter hat für ihr Hotel als eine der ersten Hotels in Wien das Umweltzeichen verliehen bekommen. Dort sind übrigens mein Mann und mein Schwager auch aufgewachsen, es gab damals schon Bio-Putzmittel und Bio-Frühstück. Das haben wir dann in die Schani Hotels selbstverständlich mitgenommen.

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