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Mehr Frauen an den Kapitänsstand © Deloitte/APA-Fotoservice/Hinterramskogler
© Deloitte/APA-Fotoservice/Hinterramskogler

reinhard krémer 08.03.2019

Mehr Frauen an den Kapitänsstand

Gundi Wentner, Deloitte: Verantwortung beim Thema Gleichstellung von Mann und Frau wahrnehmen.

••• Von Reinhard Krémer

WIEN. Frauen in Führungspositionen sind in heimischen Unternehmen immer noch eher die Ausnahme als die Regel, wie eine Studie des Beratungs­unternehmens Deloitte zeigt: Theoretisch versprechen sich zwar 93% der Befragten grundsätzlich einen Wettbewerbsvorteil durch Frauen in Führungspositionen.

Praktisch setzen aber viel zu wenige entsprechende Maßnahmen zur Erhöhung der Chancengleichheit im eigenen Unternehmen.

Konkrete Ziele fehlen

Ein Haupthindernis stellt das Fehlen von konkreten Zielsetzungen dar. Nur 28% der Führungskräfte haben messbare Ziele zur Erhöhung des Frauenanteils formuliert. Und das, obwohl 84% von deren Notwendigkeit überzeugt sind. Trotz angekündigter Vorhaben und guter Vorsätze ist Chancengleichheit in den meisten Betrieben aktuell nicht gegeben.

Die Frage, ob Frauen im Unternehmen prinzipiell die gleichen Karrierechancen wie ihre männlichen Kollegen haben, offenbart einen ernüchternden Status quo: Nur 21% gehen von einer generellen Chancengleichheit im eigenen Unternehmen aus, bei fast einem Drittel ist sie nicht existent.

Was die Karriere hemmt

Die Deloitte-Umfrage bestätigt: Kinderbetreuung ist in Österreich nach wie vor Frauensache. Die erschwerte Vereinbarkeit von Familie und Beruf (68%), konservative Rollenbilder und Vorurteile (61%) sowie schlechte Rahmenbedingungen im Bereich Kinderbetreuung und Ganztagsschulangebote (60%) werden am häufigsten als Karrierehemmnisse angeführt.

Mehr als die Hälfte der Befragten nennen auch fehlende Ambitionen und Selbstvertrauen seitens der Frauen als Hindernis. „Insgesamt werden Karrierehürden für Frauen eher auf gesellschaftlicher und individueller Ebene gesehen. Das greift aber zu kurz. Gerade Unternehmen müssen ihre Verantwortung beim Thema Gleichstellung von Mann und Frau wahrnehmen. Die Einflussmöglichkeiten der Wirtschaft sind beträchtlich”, sagt Gundi Wentner, Partnerin bei Deloitte Österreich.

Höherer Frauenanteil geplant

Zumindest hat die Mehrheit der Unternehmen laut der vorliegenden Studie den Nachholbedarf erkannt. So steht die Erhöhung des Frauenanteils in den obersten Führungsebenen bei 60% der heimischen Unternehmen auf der Agenda. Gerade die großen Unternehmen streben einen höheren Frauenanteil an.

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