WIEN. Die Insolvenzentwicklung in Österreich beginnt sich zu stabilisieren. Wie eine Analyse von Creditreform für das erste Halbjahr 2026 zeigt, wurden insgesamt 8.535 Firmen- und Privatinsolvenzen registriert.
Bei den Unternehmen zeichnet sich eine Entspannung ab: Die Zahl der Firmeninsolvenzen sank um 1,5%. Creditreform geht daher davon aus, dass die Insolvenzwelle ihren Höhepunkt überschritten hat und im Gesamtjahr keine neuen Rekordwerte zu erwarten sind. Vor allem in Industrie und Handel zeigen sich Anzeichen einer Erholung.
Forderungen
Von den Unternehmenspleiten waren im ersten Halbjahr rund 10.000 Arbeitsplätze und 24.000 Gläubiger betroffen. Die Insolvenzverbindlichkeiten beliefen sich auf insgesamt 4,4 Mrd. €. Creditreform fordert angesichts der hohen potenziellen Schäden u.a. eine soziale Staffelung der Leistungen des Insolvenzfonds und Maßnahmen, die Unternehmen krisenresistenter machen.
Anders bei den Privatinsolvenzen: Hier stiegen die Fallzahlen kurzfristig an. Als wesentlicher Grund gilt das Auslaufen des für Schuldner günstigeren Tilgungsplans. Für das Gesamtjahr rechnet man mit maximal 9.500 Privatinsolvenzen. Damit bleibt die Zahl weiter unter dem Niveau vor der Pandemie. (rk)
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