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Trauriger Sieger © PantherMedia/alphaspirit

Staatliche Hilfen könnten die Insolvenzdynamik in den größten europäischen Märkten um zehn Basispunkte drücken.

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Staatliche Hilfen könnten die Insolvenzdynamik in den größten europäischen Märkten um zehn Basispunkte drücken.

Redaktion 04.11.2022

Trauriger Sieger

Bei Firmenpleiten verzeichnet Österreich den stärksten Anstieg in Europa, melden Acredia und Allianz Trade.

WIEN. Die österreichische Kreditversicherung Acredia hat gemeinsam mit Allianz Trade Tausende Makro-Finanzdaten analysiert und eine Prognose zum weltweiten Insolvenzgeschehen erstellt.

Das ernüchterne Ergebnis: Europa wird sich in den nächsten zwei Jahren auf steigende Insolvenzzahlen einstellen müssen. Besonders in Frankreich (2022: +46% ; 2023: +29%), Großbritannien (+51% ; +10%), Deutschland (+5% ; +17%) und Italien (–6% ; +36%) wird ein starker Anstieg erwartet.
Branchen wie die Bauwirtschaft, der Handel und die Logistik sind stark betroffen. Dabei sind es vornehmlich kleinere Unternehmen, denen Inflation, explodierende Energiekosten und steigende Löhne zum Verhängnis werden. Auch in Österreich ist die Trendwende in vollem Gange. Bis Ende September 2022 mussten 3.553 Unternehmen Insolvenz anmelden.

Heftige Pleitenwelle rollt

Das entspricht einer Zunahme von 96% im Vergleich zum Vorjahreszeitraum und stellt damit den stärksten Anstieg aller europäischen Länder dar. „Bis Ende des Jahres könnten wir in Österreich auf knapp 5.000 Firmenpleiten kommen”, schätzt Gudrun Meierschitz, Vorständin von Acredia. „Für 2023 erwarten wir dann, dass die Anzahl das erste Mal wieder über dem Vor-Pandemie-Niveau liegt. Derzeit gehen wir von einem Anstieg von 13% für 2023 aus, verglichen mit 2019 wäre das ein Plus von acht Prozent. ”

Beruhigung 2023 erwartet

Die Analyse geht davon aus, dass die Zahl der weltweiten Firmenpleiten sowohl 2022 (+10%) als auch 2023 (+19%) steigen wird. Nach zwei Jahren mit rückläufigen Zahlen signalisiert das eine Trendwende. Bis Ende 2023 könnte das globale Insolvenzgeschehen wieder auf Vor-Pandemie-Niveau liegen (+2%).

„Weltweit hat bereits eine Trendwende eingesetzt. Die Hälfte aller Länder, die wir analysiert haben, verzeichnete im ersten Halbjahr 2022 ein zweistelliges Plus bei den Unternehmensinsolvenzen”, fasst Meierschitz die Entwicklung zusammen. „Auch Länder, die derzeit noch niedrige Insolvenzzahlen aufweisen, wie die USA, China, Deutschland, Italien und Brasilien, dürften nächstes Jahr einen Anstieg verzeichnen.” (rk)

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