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Ungeliebte MiFID II © PantherMedia/gstockstudio

Gut gemeint ist nicht gleich gut gemacht: Finanzdienstleister sind mit dem Regelwerk alles andere als zufrieden.

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Gut gemeint ist nicht gleich gut gemacht: Finanzdienstleister sind mit dem Regelwerk alles andere als zufrieden.

Redaktion 11.01.2019

Ungeliebte MiFID II

WKÖ-Mitgliederbefragung: Mehrheit der ­Finanzdienstleister kritisiert die neue Richtlinie.

••• Von Reinhard Krémer

WIEN. Es wird wohl nicht am unglücklich gewählten Namen der Richtlinie liegen, die auf wenig Zustimmung bei den heimischen Finanzdienstleistern stößt: Die MiFID II, das Regelwerk für österreichische Wertpapierunternehmen, wurde Anfang 2018 neu geschrieben. So viel lässt sich ein Jahr später sagen – auf sehr viel Liebe stößt das Produkt aus Juristengehirnen nicht, wie eine Umfrage des WKÖ-Fachverbands unter Mitgliedern zeigt.

Nutzlose Information

Der Großteil der insgesamt 146 Befragten, nämlich 43%, steht MiFID II insgesamt negativ gegenüber. Insbesondere das „Mehr” an Information wird von den meisten Befragten kritisiert: Mehr als drei Viertel (76%) bewerten dieses als nutzlos oder störend für die Kunden.

Vor allem was die Betreuungssituation für Kleinanleger betrifft, zeigt die Umfrage ein pessimistisches und unerwartetes Bild: 70% der Befragten sind der Meinung, dass sich diese durch MiFID II eher oder sogar sehr verschlechtert. Dies ist nicht zuletzt dem gestiegenen Zeitaufwand für die Erfüllung der Dokumentationspflichten geschuldet: 94% geben an, dass sich hier der Zeitaufwand erhöht hat. Das führt wiederum dazu, dass Kleinanleger sich weniger auf die fachlichen Details bei Kundenberatungen konzentrieren bzw. sich weniger Zeit dafür nehmen möchten.

Weniger Angebot

Die Befürchtung, dass MiFID II zu einer Reduktion des Angebots führt, kann in gewissem Ausmaß bestätigt werden: Mehr als ein Drittel der Befragten haben ihr Angebot reduziert; Ähnliches ist bei den Veranlagungsvolumina zu beobachten. Da so gut wie niemand sein Angebot erweitert hat, ist zu befürchten, dass sich diese Entwicklung negativ fortsetzt, so die WKÖ.

„Es hat sich gezeigt, dass ein ‚Mehr' an Information nicht zu einer besseren Beratung führt. Wenn die Kunden vom Kleingedruckten überfordert sind, lassen sie es entweder gleich bleiben oder fragen nur, wo sie unterschreiben können. So wollen und dürfen Finanzdienstleister Geschäfte nicht machen”, sagt Hannes Dolzer, Obmann des Fachverbands Finanzdienstleister in der WKÖ.

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