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Warum Investoren Österreich lieben © Asfinag
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reinhard krémer 29.06.2018

Warum Investoren Österreich lieben

Die Alpenrepublik zählt zu Europas Top-Standorten – doch bei der digitalen Infrastruktur hapert’s noch kräftig.

••• Von Reinhard Krémer

WIEN. Wenn´s um die Attraktivität für Investoren geht, braucht sich die Alpenrepublik partout nicht zu verstecken: Österreich gehört zu den Top 5-Standorten in Europa: In vier der fünf zentralen Wachstumskategorien der „Europa 2020”-Strategie – Basis-Infrastruktur, Forschung und Innovation, Bildung sowie Gesundheit – belegt Österreich Spitzenplätze und liegt jeweils unter den führenden fünf Standorten in Europa. Im Bereich Gesundheitswesen rangiert Österreich sogar auf dem dritten Platz.

Osteuropa liegt zurück

Die Schweiz und Schweden gehören ebenso wie die Niederlande und Dänemark über alle Kategorien hinweg zu den Top 4 Europas.

Insbesondere die Schweiz sticht heraus; sie belegt in allen Kategorien den ersten Platz. Einzig bei der Digitalisierung gibt es für die Schweiz keine Auswertung, weil die zugrunde liegenden Quellen lediglich EU-Staaten erfassen.
Am schlechtesten schneiden insgesamt die osteuropäischen Staaten Polen, Rumänien, Bulgarien, Kroatien sowie Griechenland ab. Diese Ergebnisse liefert die Studie „Investing in Europes Future” der Prüfungs- und Beratungsorganisation EY. Dafür wurden Kennzahlen für die fünf Wachstumskategorien Innovation und Forschung, Digitalisierung, Basis-Infrastruktur, Bildung sowie Gesundheit für alle EU-Staaten inklusive dem Vereinigten Königreich sowie der Schweiz ausgewertet.

Kein Ruhekissen

Österreich hat trotz aller Positiv-Werte großen Nachholbedarf in der zukunftsträchtigen Wachstumskategorie Digitalisierung: Mit Rang 13 liegt man hier nur im Mittelfeld.

Die nordischen Länder Dänemark, Schweden und Finnland führen in diesem Bereich das Ranking an. In Österreich sind die Investitionsraten vergleichsweise hoch, allerdings fließen die Investitionen hauptsächlich in traditionelle Sektoren wie die Verkehrsinfrastruktur.

Investitionen dringend nötig

Zu wenig investiert wird hingegen in den Bereichen Vernetzung bzw. Aus- und Weiterbildung, wodurch künftiges Wachstum in Gefahr ist.

Bei einem Aufholprogramm, das die Investitionsflaute nach der Finanzkrise 2008 mit überdurchschnittlich hohen jährlichen Investitionen ausgleichen soll, müssten öffentliche und private Investoren zusammen jährlich bis 2025 insgesamt knapp 84 Mrd. € zusätzlich investieren.
„Es braucht hierzulande dringend Investitionen in die digitale Infrastruktur, um im Standort-Ranking nicht an Boden zu verlieren. Das kann nur mit einer konsequenten Umsetzung der im Regierungsprogramm formulierten Ansätze zur digitalen Transformation Österreichs gelingen”, so Gunther Reimoser von EY Österreich.

Hidden Champions betroffen

In Österreich seien vor allem ländliche Gegenden von schnellem Internetzugang abgeschnitten, so Reimoser. „Das trifft gerade einige Hidden Champions, die ihre Zentrale oft auf dem Land haben. Für sie könnte das zu einem großen Problem werden, wenn immer mehr Maschinen und Produkte miteinander vernetzt werden und über schnelle Internetleitungen miteinander kommunizieren müssen.”

Bei jährlich steigenden Investitionsausgaben würde 2025 der Höhepunkt mit zuzüglich knapp 17 Mrd. € erreicht werden. Das entspricht etwa 3,5% des österreichischen Bruttoinlandsprodukts. Sollte Österreich bis 2025 „nur” auf den höchsten Investitionsstand aus der Zeit vor dem Höhepunkt der Finanzkrise 2008 – das waren 24% des Bruttoinlandsprodukts – zurückkehren, müssten die Investitionsausgaben bis 2025 immer noch um insgesamt knapp 50 Mrd. € ansteigen, so die EY-Studie.

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